Frank Stefan Becker – Sie kamen bis Konstantinopel

Im 7. Jahrhunderts scheint die alte Welt dem Untergang geweiht. Die islamische Expansion schreitet immer weiter voran, das stark geschrumpfte Oströmische Reich, letzter Hort antiker Tradition, führt einen scheinbar aussichtslosen Überlebenskampf.
Vor diesem Hintergrund erzählt „Sie kamen bis Konstantinopel“ die Abenteuer einer jungen Frau. Sie verlässt ihre Heimatstadt Karthago und durchreist das Mittelmeer, lernt Gefangenschaft und Erniedrigung kennen, aber auch den Glanz des oströmischen Kaiserhofs und der Kalifenresidenz in Damaskus. Zerrissen zwischen zwei ganz unterschiedlichen Männern – dem irischen Priester Patricius und dem sarazenischen Glaubenskämpfer Daud – erlebt sie die Erfüllung ihrer materiellen Träume wie auch deren Fragwürdigkeit und wird schließlich zu einer Schlüsselfigur in der entscheidenden Schlacht zwischen Christen und Muslimen: dem Kampf um Konstantinopel.
Jedes Kapitel beginnt mit einem zeitlich bezogenen Zitat und behandelt einen der drei Hauptprotagonisten.
Da ist der irische Mönch Padraich, der ein dunkles Geheimnis wahrt, der Araber und Kommandeur Daud und Pelagia, die ihre Heimatstadt Karthago verließ um ihren Wunsch nach Reichtum und Ansehen zu erfüllen. Alle drei müssen persönliche Schicksalsschläge hinnehmen und Verluste erleiden.
Die Charakterisierung der Figuren ist überzeugend gut gelungen. Jeder entwickelte sich im Laufe der Handlung noch ein bisschen weiter und stach auf seine Art heraus.
Der Roman fesselt auf kunstvolle Art von Beginn der Geschichte. Auf spannende Weise verknüpft Becker historische Ereignisse und Fiktion, so dass man gerne weiterliest. Immer wieder sind die Ereignisse gespickt mit Intrigen und unvorhersehbaren Wendungen.
Das Bild dieser Zeit ist anschaulich beschrieben. Der Schreibstil ist klar und leicht verständlich.
Becker schließt sein Werk mit einem Nachwort ab in dem er einige Fakten zu den historischen Ereignissen aufschlüsselt, einer Zeittafel der historischen Daten, einem Glossar, einer Liste über frühere und heutige geografische Bezeichnung und Kartenmaterial.
Fazit: Ein empfehlenswertes Buch welches ich guten Gewissens empfehlen kann!!

Kommentar verfassen