Birgit Fiolka – Amazonentochter

Ich muss gestehen, dass ich auf den ersten Seiten noch leichte Berührungsängste mit dieser historischen Richtung hatte. Troja, Ägypten – bisher hatte ich nur historische Romane gelesen, die in Italien oder irgendwo in Deutschland ihren Ursprung hatten. Während ich mich auf den ersten Seiten noch etwas „wehrte“ dieses Buch zu lesen zog mich Birgit Fiolkas Geschichte aber Seite für Seite immer mehr in ihren Bann.

Selina die als Kind von einer Horde Frauen verschleppt wird und fortan bei den Amazonen als Kriegerin aufwächst lernt jagen, kämpfen und Männer nur als Knechte und Sklaven kennen. Mit 16 wird sie auf einer Reise vom Prinzen des großen Königreichs Hatti entführt und nach Hattusa verschleppt. Aber das ist erst der Beginn eines großen Abenteuers und einer Liebe die ihr bisheriges Weltbild ändert….
Birgit Fiolka hat eine Geschichte geschaffen, die auf imposante Art und Weise Fakten und Fantasie verstrickt. Die Charaktere sind interessant beschrieben und überraschen immer wieder durch ihre Handlungen. Intrigen bleiben da natürlich nicht aus.
So kann Selina die harte Kämpferin sein, aber ihr Herz lässt sich auch schnell erweichen. Besonders gefallen hat mir die Figur des verliebten Schreibers Benti, der mit seiner tollpatschigen Art immer wieder etwas Spannung und auch den ein oder anderen Schmunzler mit beiträgt.
Ich hätte auch gerne daneben gesessen als Tudjahlijas Bemühungen um Gold so unsagbar zwecklos endeten und sein Vater von Ramses fast schon mit Gold bedrängt wurde. Aber lest selbst wie es dazu kam.
Überhaupt tauchen im Laufe der Handlung sehr viele Personen auf aber ich habe nie den Faden verloren, musste nicht noch mal nachlesen wer zu wem gehört und dafür gibt es von mir noch einen Extrapunkt.
Die Beschreibungen Ägyptens haben mich beim Lesen schnell in eine andere Welt entführt und das trug auch dazu bei, dass ich das Buch schlecht aus der Hand legen konnte – ich wollte unbedingt wissen wie es weiter geht. Ich habe das Buch in einer Woche durchgelesen, für mich eher ein sehr langsames Lesetempo. Allerdings ist nicht der Schreibstil daran schuld, der nämlich sehr flüssig ist, sondern meine allgemeine Tagesplanung und so bin ich nun doch etwas traurig aus Ägypten „zurückkehren“ zu müssen. Natürlich nur vorerst, denn der zweite Teil „Das Vermächtnis der Amazonen“ wartet bereits im Buchregal.
Im Nachwort finden sich noch etliche interessante Informationen, die darüber informieren wie viel Fiktion in diesem Buch steckt.
© Ricarda Ohligschläger

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