Sommerblatttraum

Ein Blatt, welches so eben noch vom Wind getragen,
durch die letzten Sommersonnenstrahlen tanzte,
schwebt nun betrübt und dunkel zu Boden.
Seufzend legt es sich nieder,
müde und doch unendlich glücklich.
Diesen Sommer hatte es ausgekostet.
Regentropfen auf sich spürend.
Mal hart, mal kitzelnd
und dann wieder ein sanftes Streicheln
vom Hauch eines Sommerlüftchens – fast liebevoll.
Und so liegt es da, geduldig wartend auf den Winter,
der es zudeckt mit Schnee und ihn ganz beendet,
diesen einen Sommerblatttraum.
© Ricarda Ohligschläger

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sehr schönes Motiv, das Leben, das Sterben, da hast du ein herrliches Bild gefunden und sehr berührende Worte, um es zu transportieren! Mehr davon bitte! 🙂

    lg Claudia

  2. Nicki sagt:

    Wunderschön!

  3. Guten Morgen liebe Rici,

    ich kann dir zwar keine Kritik geben, da ich mit der Interpretation von Gedichten nicht vertraut bin. Ich kann dir nur sagen, dass es mir gefällt. In Gedanken habe ich beim Lesen deines Gedichtes an das Leben gedacht… Es ist wie dieses Blatt… Am Ende eines Lebens ist der Lebenstraum beendet. Die Regentropfen mal hart (wie im Leben: es ist mal hart), mal kitzelnd (das Leben ist mal erregend) wie sanftes Streicheln (das Leben ist mal liebevoll zu einem)… usw.

    Ganz herzlichen Gruß
    Aveleen

  4. Jutta Baur sagt:

    Hallo :-),
    vorab: Ich liebe Gedichte – ich sammle sogar welche. Meine Bibliothek hat ein eigenes Brett voller Gedichtbände.

    Der „Sommerblatttraum“ gefällt mir sehr gut. Er hat etwas Tröstliches, trotz des Abschieds vom Sommer, vom Leben. Mir sagt er: Es ist gut so, wie es ist, denn es ist der Kreislauf von Sein und Vergehen.
    Darum finde ich das Bild vom geduldigen Warten auch so schön. Kein Aufbegehren, kein sich widersetzen.

    Eine sehr stilvolle Lyrik hast du.

    Viele Grüße
    Jutta

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