Elle Newmark – Der Granatapfeldieb

Venedig im 16. Jahrhundert
Überraschend wird der kleine Dieb Luciano Lehrjunge bei dem geheimnisvollen Chefkoch des Dogen  Maestro Ferrero.
Luciano wird um seine Lehrstelle beneidet, denn Gerüchten zu Folge besitzt Ferrero ein Kochbuch von unschätzbarem Wert und der Doge möchte nichts mehr, als dieses Buch besitzen, denn er ist krank und hofft mit den Rezepten des Buches, dem Tod von der Schippe springen zu können.
Reichtum, Unsterblichkeit und Zauberkräfte um Menschen zu beeinflussen verspricht das Buch.
Nach und nach wird Luciano ebenso von den Gerüchten gepackt und gerät damit in eine Intrige, dessen Gefahr es sich noch nicht bewusst ist.

Schon auf den ersten Seiten nimmt die Autorin dem ursprünglich, spannendem Plot einiges an Reiz, in dem sie der Handlung vorgreift. 
Abgesehen von einer durchaus gelungenen, kurzen Einführung hetzt Newmark den Leser durch die ersten Seiten. Bis zur Seite 25 erfuhr ich beim Lesen schon, dass Luciano (Erzähler der Geschichte) als Straßenjunge aufgelesen wurde, um dann als Lehrjunge in einer großen Küche arbeite.
Ohne ersichtlichen Grund nimmt Maestro Ferrero ihn unter seine Fittiche. Später wird zwar auf die Gründe eingegangen, aber anfänglich wirft das Tempo der Autorin mehr Fragen auf als nötig. Außerdem verrät sie schon auf diesen ersten Seiten, dass Luciano seiner Francesca bald näher kommt.
Hier wäre durchaus ein anderer Aufbau wünschenswert gewesen.
Erst allmählich kehrt etwas Ruhe in die Story, die dann aber durch Zeitsprünge immer wieder zerrissen wird. Trotzdem war es mir möglich relativ flüssig zu lesen. Dazu trägt wohl auch der eher einfache Schreibstil der Autorin bei. Nur bleiben die Protagonisten blass und berechenbar.
Fast jedenfalls, denn am Schluss überschlagen sich die Ereignisse und während die Story in der Mitte eher zäh ist, schließt sie mit einem überraschenden Finale.
Ich möchte außerdem anmerken, dass ich den gewählten Titel als sehr unpassend gewählt empfinde. Der englische Originaltitel kommt der Handlung viel näher. Außerdem ist jedes Kapitel mit einem „Buchthema“ überschrieben und so wäre alles im Gesamten viel stimmiger.
Fazit: Tolle Idee zäh umgesetzt. Das Ende tröstet ein bisschen darüber hinweg.
© Ricarda Ohligschläger

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