Gabriella Engelmann – Wolkenspiele

Nach 15 Jahren Ehe muss Anna Bergman feststellen, dass eine Ehe nicht immer für die Ewigkeit bestimmt ist. Fazit ihrer Ehe: Auseinander gelebt – die Scheidung wird folgen.
Daher kommt ihr eine Auszeit auf Amrum gerade recht, zumal sie dort die Biographie einer verstorbenen Schriftstellerin schreiben möchte und sich die Insel hervorragend zum Recherchieren eignet.
Schon auf der Fähre begegnet Anna dem Fotografen Paul, der sie mit seiner lockeren und liebevollen Art schnell auf andere Gedanken bringt. Aber nicht nur Paul wird in den folgenden Wochen für Turbolenzen und Herausforderungen in ihrem Leben sorgen.

Nach der Kurzbeschreibung zu urteilen ist „Wolkenspiele“ eine romantische Frauenlektüre – wie es viele gibt.
Doch beim Lesen stellt man schnell fest, dass sich dahinter bei weitem mehr verbirgt, denn es ist nicht alltäglich, dass Themen wie Tod oder fehlende Mutterliebe in einem mit Liebe und Romantik verbunden werden. Zusätzlich mit eingebunden ist die Geschichte einer fiktiven Schriftstellerin, deren Leben Parallelen zu Anna aufweist.
Gabriella Engelmann ist der Spagat zwischen all diesen Dingen außergewöhnlich gut gelungen. Ihre Zeilen sind so gefühlvoll, dass einem beim Lesen das Herz aufgeht. Natürlich sind auch ein paar Tränchen nicht auszuschließen. Der Schreibstil und damit verbundene ICH – Erzählform eröffnet dem Leser einen ganz besonderen Blickwinkel. Beim Lesen hat man das Gefühl mit im Watthuis am Tisch zu sitzen oder den Sand zwischen den Zehen zu spüren.
Für mich ist „Wolkenspiele“ mehr als eine lockere Urlaubslektüre. Es ist ein Buch mit ganz viel Herzenswärme.
Nicht nur der Inhalt sondern auch die türkise Bedruckung aus Samt sorgen dafür, dass man dieses Buch nicht so schnell aus der Hand legen wird. (Auf dem unteren Bild kann man das etwas besser erkennen, ich habe es für euch extra mal versucht „einzufangen“.
© Ricarda Ohligschläger

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