Gloria Vanderbilt – Die Bienenkönigin

Priscilla und Talbot Bingham waren das perfekte Traumpaar, bis er auf der Feier zu ihrem 10. Hochzeitstag einem Herzschlag erlag. Priscilla lebte danach weiter, wie eine lebende Leiche. Trauernd. Tränen weinend die einer sprudelnden Quelle glichen.
Waren sie doch wie in einer Einheit verschmolzen in ihrer Partnerschaft. Er der erfolgreiche Architekt und sie die in Wahrheit wenig Interesse an Sex hatte und trotzdem die große Leidenschaft in ihm weckte.
In einer Sommernacht entdeckt Priscilla im Anbau des Hauses Briefe, in taubengrauen Umschlägen, von unbekannter Handschrift beschrieben und mit purpurrotem Ripsband verschnürt.
Diese stammen von der Bienenkönigin. Einer freizügigen Frau  die auf schamlose und doch hocherotische Weise Zeile um Zeile an Talbot schreibt. Von gegenseitigen Züchtigungen, Neckereien und Begierde ist die Rede.
So sehr die Briefe auch schmerzen, Priscilla muss weiterlesen und verfällt somit immer mehr der Bienenkönigin.

Gloria Vanderbilt betrachtet ihr Buch selbst als Kunstwerk. Betrachtet man das Cover und die sonstige Gestaltung des Buches, dann ist es das auch und in Verbindung mit dem Namen der Autorin erwartet man das auch. Ein Kunstwerk aus erotischer Literatur.
Aber ist es das? Für mich war es eher eine Aufreihung sadomasochistischer Spielarten ertränkt in einer viel zu schwülstigen Sprache, an denen auch das sonstige hohe Niveau des Schreibstils nichts ändern konnte.
In der Mitte konnte ich noch nicht einmal mehr einen Handlungsfaden erkennen. Die verschiedenen Blickwinkel wirken irgendwann nur noch sprunghaft, wahllos und bremsen den Lesefluss gnadenlos.
So war ich dann voller Hoffnung auf eine Wendung, eine Überraschung – eben ein großes Finale.
Aber es gibt keines, denn statt die beim Lesen auftauchenden Fragen zu beantworten, wirft das Ende nur noch mehr Fragen auf.
Damit sich das Büchlein aber überhaupt noch füllt gibt es als Bonusmaterial u. a. noch ein Interview mit der Autorin.

Anmerkung: In der Hörbuchversion ist es einzig Irina von Bentheim, die mit ihrer Stimme dem Ganzen wenigstens etwas an Reiz verleiht. Sie versteht es gekonnt eine fade Story in einen Hörgenuss zu verwandeln.
© Ricarda Ohligschläger

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