Andreas Franz – Unsichtbare Spuren

Winter 1999 in Norddeutschland. Die siebzehnjährige Sabine Körner steht am Straßenrand und hält Ausschau nach einer Mitfahrgelegenheit. Keine zwei Minuten später hält ein dunkelgrüner Ford. Der Fahrer, ein freundlicher Mann mit offenem Gesicht, bietet ihr an sie mit nach Flensburg zu nehmen.
Doch kurze Zeit später endet die Fahrt – und damit Sabines junges Leben.
Mai 2004 – im Haddebyer Noor wird wieder eine Frauenleiche gefunden. Sören Henning wird zum Leiter der SoKo „Phantom“ und setzt Stück für Stück ein erschreckendes Puzzle zusammen, aus wahllos vom Mörder herausgepickten Opfern.

Andreas Franz wurde mir von mehreren Krimifans empfohlen.  „Unsichtbare Spuren“ ist mein erstes Buch von ihm und ich habe nicht bereut literarisch mal wieder neue Wege zu gehen. Dem Autor ist es mit seinem einfachen aber packenden Schreibstil gelungen mich von der ersten Seite an in das Geschehen mit hinein zu zerren. Ich hatte einfach keine Chance das Buch aus der Hand zu legen. Umso enttäuschter war ich als ich nach den ersten 150 Seiten bleierne Müdigkeit fühlte, die aber eher an Schlafmangel lag und nicht am Plot.
Unterteilt wird dieser abwechselnd in die Ermittlungsarbeit und den „Beutezug“ des Mörders. So bekommt man während des Lesens auch einen Eindruck in die Psyche eines von Hass und Zorn zerfressenen Mannes der seinem inneren Druck nicht nachgeben kann. Seinen Gedanken und Gefühlen wurde hierbei viel Zeit gewidmet. Zusätzlicher Nervenkitzel und Gänsehaut sind somit fast schon vorprogrammiert.
Aber auch Sören Henning und Lisa Santos, die beiden Hauptermittler, haben ihre ganz persönliche Note vom Autor erhalten. Henning bedient zwar einige Klischees aber das macht ihn für mich nur noch sympathischer. Hauptkommissare sind eben auch nur Menschen.
Franz selbst schreibt auf seiner Website, dass die Vorlage für diesen Roman ein Serienmörder war, der sich seine Opfer wahllos suchte.
In diesem Zusammenhang ist es mehr als beängstigend wenn man bedenkt, warum Menschen sterben müssen. Manchmal ist es eben nur die Frage nach Feuer oder ein kaputter Reifen am Fahrrad. (Anmerkung: Diese Zufälle empfinde ich als Aufforderung demnächst mehr die Augen offen zu halten!)
Fazit: Andreas Franz hat meinen Kriminerv in vollem Umfang getroffen – ohne Längen, dafür mit ganz viel Spannung.
Die nachfolgenden Teile „Spiel der Teufel“ und „Eisige Nähe“ warten schon im Buchregal.
© Ricarda Ohligschläger

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ela sagt:

    Hallo :o)
    Danke für die tolle Rezension.
    Ich glaube jetzt landet das Buch auf meine Wunschliste :O)

    LG Ela

    1. herzgedanke sagt:

      Liebe Ela vielen Dank!!

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