Frauke Scheunemann – Dackelblick

Dackelwelpe Carl – Leopold von Eschersbach ist das Ergebnis einer Affäre seiner Mutter mit einem schneidigen Terrierrüden. Nun sitzt er in der Klemme oder besser gesagt, im viel zu engen Zwinger eines Tierheims, denn für die Jagd und die Zucht ist er gänzlich ungeeignet und sein altes Herrchen wollte ihn nicht mehr.
Zum Glück schließt ihn Carolin am Besuchstag auf Anhieb in ihr Herz. Sie duftet nicht nur lecker nach Minze und Erdbeeren. Nein, sie ist auch lustig und liebevoll. Solch einen Menschen kann der kleine Dackel im Moment gut gebrauchen und auch bei ihrem Freund Daniel macht Herkules, wie Carl – Leopold ab sofort heißt, direkt einen guten Eindruck.
Doch schnell muss Herkules feststellen, dass Daniel gar nicht Carolines Freund ist, sondern nur ihr Kollege in der Geigenbauwerkstatt.
Ihr Lebensgefährte heißt Thomas und der ist überhaupt nicht begeistert von dem süßen Dackelwelpen, dabei wünscht sich Herkules nichts weiter als eine richtige Familie.
Daher beschließt er, die erstbeste Gelegenheit zur Verbrüderung am Schopfe zu packen. Doch sein Versuch endet in einem großen Desaster.
Gut, dass der Nachbars Kater Herr Beck ihm hilft die Menschen zu verstehen und Thomas loszuwerden.
Aber so brillant, wie die Idee anfangs erschien ist sie dann wohl doch nicht, oder?
Frauke Scheunemann lässt in ihrem neuen Roman „Dackelblick“ keinen geringeren als den kleinen Dackelwelpen Herkules zu Wort kommen und das ist so schön – das geht direkt ins Herz und dazu trägt natürlich auch das fantastisch gestaltete Cover bei.
Wau!! Ich bin total verliebt in dieses Buch und den kleinen Kerl, der hier ganz groß daher kommt.
Mehrmals habe ich mich gefragt ob die Autorin selbst eine Zeit lang als Hund gelebt hat, denn besser kann man die Welt aus der Sicht eines Dackels meiner Meinung nach nicht nachfühlen. Wie das Gras im Garten am Bauch kitzelt, wie es sich anfühlt im Tierheim zu sitzen oder wie ein kleiner Hund versucht auf drei Beinen zu pinkeln – all das hat die Autorin wahrlich tierisch gut beschrieben.
Göttlich, wie Herkules mit Herrn Beck durch den Garten streift, um neue Pläne zu schmieden und dabei fast selbst zur Katze wird, als er vom Balkon springt. Oder wie er versucht mit kleinen Tricks das Liebesleben seines Frauchens zu beeinflussen. Man muss den kleinen Kerl einfach mögen.
Sehr gefallen hat mir auch seine Beschreibung des Lesens:
„Fest steht, dass man dafür unglaublich lange auf ein Blatt mit einem seltsamen Muster gucken muss. Irgendetwas passiert dabei mit den Menschen…Denn ab und zu fangen sie an zu lachen.“
Herkules Weltanschauung ist so amüsant, dass man beim Lesen selbst in vergnügliche Stimmung gerät und mit einem Dauerlächeln durch die Kapitel fliegt.
Carolins Suche nach einem neuen Freund bleibt bei all den Hundeabenteuern natürlich nicht auf der Strecke. Glaubt man zuerst recht schnell zu wissen wie sie sich entscheidet, wird man im Laufe der Handlung eines Besseren belehrt. Aber so ist das (Liebes)Leben nun eben mal: verwirrend, aufregend und immer wieder voller Überraschungen.
Eine tierisch gut verstrickte und sehr humorvolle Liebeskomödie, die nicht nur Hundefreunden sofort ins Herz geht!!
© Ricarda Ohligschläger

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Pingback: News von “Anne Hertz” « Literaturnotiz – Blog
  2. Ramona sagt:

    Ach gott, dass klingt genau nach meinem Beuteschema…
    Eine süße Rezension! 🙂

    1. herzgedanke sagt:

      Musst du unbedingt lesen!!!

  3. Pingback: Die Finalisten des DeLiA-Preis für den Besten Liebesroman 2011 stehen fest! « Literaturnotiz – Blog

Kommentar verfassen