Petra Schier – Die Eifelgräfin

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Petra Schier lässt uns mit „Die Eifelgräfin“ teilhaben am Burgleben des Jahres 1348.
200 Jahre zuvor teilten sich drei Männer nach einem Kreuzzug ihre Beute, darunter ein magisches Kruzifix. Jeden von ihnen begleitet fortan ein Teil dieses Kreuzes, als Glücksbringer und Unterfand für zukünftiges Glück, und als Erinnerung an einen Schwur…
Elisabeth von Küneburg wird in die Obhut von Freunden auf die Burg Kempenich geschickt. Während sie auf die Wiederkehr ihres Verlobten wartet, freundet sie sich intensiv mit ihrer neuen Magd Luzia an. Sie entdeckt, dass in dem Mädchen mehr als ein einfaches Bauernmädchen steckt, und bringt ihr unter anderem sogar Lesen und Schreiben bei. Aus dem Mädchen wird in kürzester Zeit eine hübsche junge Frau. Als Gaukler die Burg besuchen verliebt sich Luzia zum ersten Mal, und bald kann sie ihrer Leidenschaft für den jungen Roland nicht mehr nachgeben. Elisabeth jedoch muss sich mit dem ungehobelten Johann von Manten auseinander setzen. Immer wieder begegnet er ihr auf respektlose Art und weckt so ihren Zorn. Dann trifft endlich langersehnte Nachricht über ihren Verlobten ein und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, denn auch die Pest ist geradewegs auf dem Weg nach Kempenich.
Petra Schier hat mit „Die Eifelgräfin“ einen leidenschaftlichen, spannungsgeladenen, historischen Roman geschaffen in dem es an nichts mangelt. Liebe, Leidenschaft, Freundschaft, Zwistigkeiten, Krankheit, Tod und die Pest bringt sie gekonnt zusammen. Flüssig geschrieben und kurzweilig erfährt man so sehr viel vom Burgleben dieser Zeit. Mittlerweile konnte ich auch in Erfahrung bringen was Höllenfenster sind, denn diesen Begriff kannte ich vorher noch nicht.
Ebenso war mir bisher noch nie so ein stures Burgfräulein untergekommen. Ich hätte Elisabeth, aber auch Johann an so manch einer Stelle im Buch nur allzu gern kräftig durchgeschüttelt. Petra Schier bedient hierbei zwar einiges an  Klischees, aber in vielerlei Hinsicht ist ihre ganz spezielle „Kriegen Sie sich oder kriegen Sie sich nicht?“ – Thematik heute noch aktuell und ich bin mir sicher, dass genau das noch vielen Leser/innen – die Herzschmerz lieben – sehr gefallen wird.
Rund um das Kruzifix hat Petra Schier noch einen Schuss Mystik mit einfließen lassen, der den Aberglaube und die Gottesfurcht dieser Zeit noch unterstreicht.
Die Zeichnungen am Ende des Buches und die historischen Nachbemerkungen runden das positive Gesamtpaket noch einmal ab.
Fazit: Ein gelungener historischer Roman, dem es an nichts fehlt – außer vielleicht einer Fortsetzung.
© Ricarda Ohligschläger

3 Kommentare Gib deinen ab

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  2. Ramona sagt:

    Eine schöne Rezi!
    Mir hat das Buch ja auch sehr gut gefallen.

  3. Petra Schier sagt:

    Liebe Ricarda,

    vielen Dank für diese tolle Rezension! Und den Trailer hast du auch gleich eingebunden – wie schön! 🙂

    Übrigens ist es jetzt amtlich: Es wird im Oktober 2011 eine Fortsetzung zu „Die Eifelgräfin“ geben.

    Entsprechende Infos wird es zu gegebener Zeit auf meiner Homepage geben.

    Ganz liebe Grüße
    Petra

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