Mary Janice Davidson – Traummann an der Angel

Wenn ich bedenke, dass es die ersten vier Seiten sind die darüber entscheiden, ob ein Manuskript angenommen wird oder nicht, dann frage ich mich allen Ernstes wer hier entschieden hat. Der Praktikant?

Meerjungfrau Dr. Fredrika Bimm ist geschockt. Ihre Eltern haben (noch) Sex und das auf dem Couchtisch! In diesem peinlichen Moment reagiert sie über und schubst ihren Vater quer durch das Wohnzimmer. Aber mit dieser überraschenden, und vollkommen überflüssigen, Entdeckung fängt der Ärger erst richtig an.
Wie sich heraus stellt sind die toxischen Werte im Hafen von Boston um fast tausend Prozent erhöht. Fred, ihre Chefin Dr. Barb und der Meeresbiologe Dr. Thomas Pearson gehen der Sache auf den Grund. Nichts leichter als das für die schwanzflossige Fredrika. Zusätzlich taucht wie aus heiterem Himmel Großprinz Artur vom Schwarzen Meer auf, und fordert Gefolgschaft und Treue von der hübschen Nixe. Er behauptet sogar, sie wäre seine Untertanin und dürfe deshalb die Hilfe die der Großkönig, sein Vater, einfordert nicht verwehren.
Während die langbeinige Meerjungfrau gleich zwei Männern den Verstand raubt, setzt sie ihr Köpfchen für einige Überlegungen ein und entdeckt, dass nur ein Hotel an der Umweltvergiftung schuld sein kann, welches die Exkremente der Touristen in den Hafen spült.

Mary Janice Davidson hat mit ihrer kurzen Geschichte (nur 219 Seiten plus Leerseiten) eine Geschichte geschaffen, der es aber in großem Maße an Schwung, Spannung und Humor fehlt. Die Schuldigen wurden ganz nebenbei gefunden. Ohne große Dramatik und allem was ein bisschen dafür gesorgt hätte das Wort mitreißend hier lobenswert zu erwähnen.
Überhaupt fehlte mir irgendwie ein roter Faden in der Handlung. Ging es nun um ein Verwirrspiel in Sachen Liebe, eine Hafenrettung oder, ja um was eigentlich?
Gleich zu Beginn fiel mir die sehr derbe Wortwahl auf. Vögeln und Bumsen muss ich nicht in einer leichten Lektüre lesen, und ich bin mit Sicherheit nicht verklemmt. Aber der Schreibstil, der auch später noch eine Liebesszene beschreibt, ist leider nicht anders als plump zu bezeichnen.
Wenn ich bedenke, dass es die ersten vier Seiten sind die darüber entscheiden, ob ein Manuskript angenommen wird oder nicht, dann frage ich mich allen Ernstes wer hier entschieden hat. Der Praktikant?
Circa siebzig Seiten des Buches bestehen aus einer Bonusstory, um das Buch vermutlich noch ein bisschen zu füllen und damit den Preis von 8,95 Euro zu rechtfertigen.
In der Danksagung erwähnt die Autorin die eigene Manuskriptvernichtung kurz vor dem Abgabetermin und ihren kreativen Neubeginn mit „Ein Traummann an der Angel“. Genau dieser Punkt bestätigte mir dann meinen Verdacht, den ich in den drei Stunden des Lesens schon relativ schnell hatte: dieses Buch wurde nicht geschrieben, sondern zusammen geschustert. Ausgelesen habe ich es letzten Endes nur, weil ich zu faul war vom Sofa aufzustehen (ehrlich!), um mir ein anderes Buch zu nehmen und weil 219 Seiten zu lesen für mich kein großer Zeitaufwand sind. Sorry, aber mein Fazit spare ich mir an dieser Stelle, oder?
Fazit: Das LOWlight meines bisherigen Lesejahres!
© Ricarda Ohligschläger

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Eva sagt:

    Ich habe das Buch nicht gelesen, aber mir ging es mit „Die mit dem Werfolf tanzt“ genau so. Selten so ein lächerliches Buch gelesen. ^^

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