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Martha Sophie Marcus – Herrin wider Willen von Martina M.

Deutschland während des dreißigjährigen Krieges ist Schauplatz der Liebesgeschichte zwischen der jungen Witwe Konrade, genannt Ada und dem Grafensohn Lenz. Ada soll auf Wunsch ihres geldgierigen Vaters den ungeliebten Matthias Märtens heiraten. Da kommt ihr das Angebot von Lenz, der damit rechnet, in der kurz bevorstehenden Schlacht zu fallen, ihn zu ehelichen um sein Erbe zu retten, gerade recht. Obwohl die Beiden sich kaum kennen, verbringen sie eine leidenschaftliche Hochzeitsnacht. Doch wider Erwarten überlebt Lenz das Gemetzel schwer verletzt, allerdings nimmt auch sein Gedächtnis Schaden und er kann sich zunächst an Ada und das Geschehene nicht erinnern. Trotzdem machen sich die Beiden zusammen auf den Weg zu seinem Gut, wo Lenz seinen Vater unter die Erde bringen muss und die Beiden von den Kriegswirren nicht verschont werden …

Das Buch hat mich anfangs schon  nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen. Die Protagonisten sind sympathisch, die Szenarien, sei es das Getümmel auf dem Schlachtfeld oder das Gewimmel in der Stadt, werden sehr lebendig beschrieben, so dann man sich alles sehr gut vorstellen kann. Die Sprache ist der Zeit angemessen, auch die plattdeutschen Sätze haben mich immer mal wieder schmunzeln lassen. Obwohl die Autorin sich sehr bemüht hat, den geschichtlichen Hintergrund authentisch wirken zu lassen und ihren Protagonisten Leben einzuhauchen, konnte das Buch mich leider nicht auf Dauer fesseln. Zwischendurch gab es immer mal wieder Längen, es wird ohne Höhen und Tiefen erzählt, erst gegen Ende wird es dann noch einmal richtig spannend. Hauptthema ist das Hin und Her zwischen Ada und Lenz, das zieht sich für meinen Geschmack etwas hin, so dass man als Leser den Beiden am liebsten einen Schubs in die richtige Richtung geben würde. Auch das war anfangs ganz amüsant, aber auf Dauer langweilig und einfallslos.

Die Aufmachung des Buches hat mir gut gefallen, das Cover ist liebevoll gestaltet, auf der Innenseite befinden sich ein Foto und eine Widmung der Autorin. Aber alles in allem ist es ein netter historischer Roman, aber für mich nur Mittelmaß. Wer die Lebendigkeit von Follett und Gablé liebt, wird sich hier genau wie ich eher langweilen.