Andreas Föhr – Schafkopf

Seine kuriosen Gestalten sind so abwechslungsreich wie das Wetter im April

An einem kalten Oktobermorgen wird dem Kleinkriminellen Stanislaus Kummeder auf dem Riederstein mit einem Präzisionsgewehr der Kopf weg geschossen. Direkt neben Polizeiobermeister Kreuthner, der daraufhin seinen Mageninhalt verständlicherweise der Felswand überlässt.
Die Ermittlungen ergeben, dass Kummeders Freundin Kathi Hoogmüller vor zwei Jahren auf unerklärliche Weise verschwand. Nun stellt sich die Frage, ob es einen Zusammenhang zu dem Mord gibt. Ein unerwarteter Anruf des Anwalts Jonas Falcking verspricht Licht in das Dunkel zu bringen, denn Falcking behauptet, den Täter gesehen zu haben. Leider findet das Treffen mit den Ermittlern nicht mehr statt – der Anwalt wurde ebenso erschossen. Je mehr Kommissar Wallner und sein Team nach der Wahrheit forschen, desto mehr Verwicklungen kommen an den Tag. Dabei spielt eine Runde Schafkopf ebenso eine wichtige Rolle wie 200 000 Euro und ein prügelnder Wirt mit abnormen Körperkräften. 

Andreas Föhr gelingt es in „Schafkopf“ meisterhaft unzählige Handlungsstränge zu einem unterhaltsamen Roman zusammen zu fügen. In seiner Handlung lässt er immer wieder den bayrischen Dialekt mit einfließen, was bei aller Ernsthaftigkeit der teils sehr brutalen Handlung zu Lachern beim Lesen führt. Gerade diese Abwechslung und die Zeitsprünge im Fortgang des Geschehens ließen mich bis zum Schluss den Täter nicht enttarnen. Genau so muss es auch sein, denn ich hasse nichts mehr als vorhersehbare Krimis.
Seine kuriosen Gestalten sind so abwechslungsreich wie das Wetter im April und geben der Lektüre noch einen Extrabonus.
Fazit: Wer kuriose Gestalten und rätselhafte Morde mag, wird „Schafkopf“ lieben!
© Ricarda Ohligschläger
Cover www.droemer-knaur.de

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