Yannick Mahr – Auf die Knie

Neben all den Lachern, die Yannick Mahr in seiner rasant witzigen Story platziert hat, lässt er genug Spielraum für eigene Spekulationen

Daniel Stiller ist Single, Womanizer und militanter Heiratsgegner. Vorzugsweise trennt er sich von seinen Freundinnen relativ schnell und vor allem in Kurzform, per SMS. Außerdem ist er ein ungern gesehener Gast auf Hochzeiten, da seine Einträge ins Gästebuch nicht gerade als schmeichelhaft für das Brautpaar bekannt sind.
Aber Daniel ist auch ehrgeizig und das macht den Mittdreiziger zu einem begehrten Kandidaten für den neuen Junior – Partner in der renommierten Agentur MAXPROM, die sich auf die Vermarktung von Prominenten spezialisiert hat. Mit der Aussicht, innerhalb der nächsten sechs Monate als vollwertiges Mitglied in die Leitung der Agentur aufzusteigen, möchte er sofort seinen Vertrag unterschreiben.
Aber ein Detail ist in diesem Vertrag nicht geregelt und das eröffnet ihm seine Chefin Elfriede Rosenthaler noch bevor er seinen innerlichen Jubel auch nach außen kehren kann:
Partner bei MAXPROM wird man nur, wenn man verheiratet ist! Ansonsten wird man mittelfristig arbeitslos. So einfach ist das!
Dabei ist gar nichts einfach für Daniel, denn im Moment hat er nicht mal eine Freundin, geschweige denn überhaupt eine Ehekandidatin in Aussicht. Oder doch? Schließlich hat er vor kurzem die hübsche Sarah Mahr kennengelernt und zu irgendetwas muss doch das Flugangstseminar nützlich gewesen sein. Aber Sarah lässt sich nicht so leicht um den Finger wickeln, wie die bisherigen Freundinnen von Daniel und damit wird nicht nur sie, sondern auch die Einhaltung des Ultimatums, zu Daniels neuester Herausforderung.
Nicht zuletzt, weil ein neuer Kollege das Leben des hoffentlich baldigen Ehemanns schwer macht. Bei aller Antipathie, die nicht nur Daniel für ihn empfindet, hat er jedoch einen entscheidenden Vorteil.
Er ist verheiratet!

 

Yannick Mahr setzt seine Hauptfigur mächtig unter Druck. Nicht nur, dass er die Ehe als zusätzliche, geheime Klausel in einem vielversprechenden neuen Arbeitsvertrag einfügt. Nein, die potenzielle Heiratskandidatin Sarah (der er seinen eigenen Nachnamen anhängt) hat auch noch ihren eigenen Kopf.
Kein Wunder also, dass Daniel nicht nur einmal den Kopf verliert, wenn es darum geht endlich, endlich, endlich die Frage aller Fragen zu stellen.
Gott sei Dank hat der Autor aber auch den väterlichen Freund Heinrich Baron von Tolken erfunden, der seinem Schützling tatkräftig unter die Arme greift. Aber ob das alles hilft? Muss Daniel letzten Endes vielleicht auf Job UND Frau verzichten, um seinen Weg zu gehen? Oder ist die zukünftige Braut vielleicht sogar anderweitig liiert? Und welche Rolle spielt der neue Kollege bzw. welches Spiel treibt er?
Neben all den Lachern, die Yannick Mahr in seiner rasant witzigen Story platziert hat, lässt er genug Spielraum für eigene Spekulationen. Und das rundet den Lesespaß neben dem flüssigen Schreibstil zusätzlich ab.
Schade nur, dass die Lacher irgendwann nachlassen und man letzten Endes denkt: So schwer kann es doch nicht sein!
Aber kurz bevor ich nur noch genervt von Daniels tollpatschiger Art war, bekamen er und auch der Autor noch einmal die Kurve.
Fazit: Netter Lesespaß für zwischendurch. Als Hochzeitsratgeber vielleicht nicht ganz zu empfehlen, aber dafür als lesenswert mit klitzekleinen Einschränkungen.
© Ricarda Ohligschläger    

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