Lola Jaye – Bis du erwachst

Am Ende der Handlung ist jedenfalls nichts mehr so wie es war und es macht richtig Spaß diesen Wandel mitzuerleben

 

Lena Curtis (30) ist gerne für andere Menschen da. Nicht nur, dass sie sich rührend um Kinder kümmert, die sich bei einer eigens dafür eingerichteten Hotline ihren Kummer von der Seele reden können. Nein, sie versucht schon seit frühester Kindheit ihre Familie zusammen zu halten. Kein Wunder, denn der Vater hat diese bereits vor Jahren verlassen und die Mutter, eine mittelmäßige Schauspielerin, befindet sich ständig auf einem Selbstfindungstrip.
Aber nun liegt Lena im Koma. Nach dem sie ihren Freund Justin mit einer anderen im Bett erwischt hat, stürzte sie rückwärts die Treppe hinunter. Und nun?

Nun versammelt sich ihre Familie im Krankenhaus an ihrem Bett. Die Karrierefrau Cara (29), Mutter Kitty (65) und Millie (24).
Sie alle hoffen auf ein Wunder. Nichtsahnend, dass sich dieses gerade in ihren Herzen abspielt. Während sie sich nämlich nach und nach alle wieder näher kommen, erkennen sie worauf es wirklich ankommt im Leben.
Und dann gibt es da noch Michael Johns (31), der Lena bisher nur aus dem Bus kennt, sich aber trotzdem zu ihr hingezogen fühlt.
Sie alle finden zusammen und ganz besonders zu sich selbst.

„Bis du erwachst“ ist ein Roman, der es von der ersten Zeile an schafft zu fesseln und letzten Endes den Leser sehr nachdenklich zurück lässt. Er macht einem bewusst wie schnell doch alles vorbei sein kann und, dass es wichtig ist Chancen zu nutzen, auch wenn sie noch so abwegig erscheinen.

In Rückblenden erfährt der Leser mehr über Lena und ihre Familie, über deren Ängste und Zweifel. Viel zu viel blieb bisher unausgesprochen und jedes einzelne Familienmitglied erkennt, dass es nicht immer so gehandelt hat wie es vielleicht handeln hätte sollen.
In Lenas Familie sind bisher zu viele Fragen offen geblieben. Die Töchter haben die Befürchtung, dass Kitty ihre Mädels nicht liebt. Das ist schon sehr berührend. Genauso wie die innerliche Barriere, die alle in sich spüren. Sei es wenn es um eine Umarmung geht oder um ein liebes Wort.
Erst Michael muss Kitty, Cara und Millie ein paar Denkanstöße liefern. Gleichzeitig lässt er seine Depression hinter sich und aus dem lethargischen, jungen Kerl wird endlich ein Mann, der sein Leben in die Hand nimmt. Auch seine Schwester bemerkt diese Veränderung.
Am Ende der Handlung ist jedenfalls nichts mehr so wie es war und es macht richtig Spaß diesen Wandel mitzuerleben.

Manchmal ist der richtige Weg halt doch der, der am verrücktesten oder unvernünftigsten erscheint. Und manchmal sollte man einfach aufhören Dinge zu hinterfragen und sich einfach darauf einlassen. Es wird schon einen Grund haben warum das Leben nicht planbar ist.
Ist das die Botschaft, die „Bis du erwachst“ einem mitgeben möchte? Das muss wohl jeder Leser selbst herausfinden.

Fazit: Ganz viel Gefühl, eine große Portion Liebe, unerfüllte Sehnsüchte und ein paar geheime Träume. Lola Jaye hat alles perfekt gemischt und somit eine berührende Story geschaffen, die zum Nachdenken anregt.
© Ricarda Ohligschläger

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. mondlicht sagt:

    Hallo Ricarda! Deine Rezension zu : „Bis du erwachst“ ist einfach zauberhaft. Ganz besonders gefallen mir deine Letzten Worte.
    glg, Tanja

  2. mirjam sagt:

    Das klingt nach einem sehr lesenswerten Buch. Ich werde es auf meine Wunschliste pflanzen.
    Und ja, manchmal ist der unvernüftigste oder unrealistischste Weg doch der Richtige. Nur sieht man das oft nicht von Anfang an 😉
    Schöne Rezension!

    lg, mirjam

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