Hans Rath – Man tut, was man kann

Hans Rath überzeugt durch einen witzigen Schreibstil, einen sympathischen Protagonisten und ganz viel Herz

Dr. Paul Schuberth, seinen Zeichens Personalvorstand der Beuten Medien GmbH, hat ein Problem: er hat Sex. Nur leider nicht mit der Frau die er liebt, sondern mal mit Biggi oder Kathrin. Allerdings schlafen die Mädels mit ihm nur als Mittel zum Zweck: Sie wollen einen Heiratsantrag!
Aber nicht von Paul, sondern von ihren eigenen Kerlen von und was hilft da mehr, als ein bisschen Eifersucht? Dabei wird Paul mal kurzerhand zum Entführungsopfer und beruhigt aufgebrachte Spanier.

Ganz nebenbei hilft er seiner lesbischen Tochter liebestechnisch auf die Sprünge, auch wenn ihn das wiederum Negativpunkte bei Tommi, ihrem Stiefvater, einbringt.
Verworren? Ja, so ist das Leben von Paul. Kein Wunder also, dass seine Wohnung bald durch Zufall zur Männer – WG umfunktioniert wird, in seiner Küche ernsthafte Lebensfragen bei Wein, Grappa und sonstigem, hochprozentigem geklärt werden und dort mitten in der Nacht nackte Sekretärinnen auftauchen.

Trotz des alltäglichen Chaos bleibt noch Zeit dem arbeitslosen Künstler Bronko zu zeigen, dass ein Chauffeur zum Fahren und nicht zum Schleichen gebraucht wird.
Kumpel Günther legt derweil das Internet lahm, weil er seiner Angebeteten Iggy einen Heiratsantrag macht.
Und Paul selbst? Paul begreift plötzlich, dass ihm eine Affäre nicht mehr genügt und er eigentlich nur noch die Eine will, aber vorher muss er noch einen unliebsamen Kollegen aus dem Rennen werfen. Schließlich geht es um eine Führungsposition!

Hans Rath überzeugt durch einen witzigen Schreibstil, einen sympathischen Protagonisten und ganz viel Herz. Denn während Paul mir am Anfang eher kühl entgegentrat, bemerkte ich zusehends, dass hinter dem Beziehungsblocker eigentlich ein Kerl steckt, der sich genau das wünscht.
Diese Wandlung bzw. diese Offenbarung ist dem Autor perfekt gelungen und ich bin gespannt auf mehr von Paul, weil man nämlich endlich mal dahinter kommt, wie das Singleleben eines Mannes so aussieht. Mit allen Wirrungen, Fehlentscheidungen und natürlich den obligatorischen Kopfschmerzen am Morgen danach.

Fazit: Ein Männerbuch für Frauen, die was wollen was MANN so alles tut.
© Ricarda Ohligschläger

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