Anne Hertz – Sahnehäubchen

Ich habe es fast zelebriert endlich wieder einen Anne Hertz – Roman zu lesen. 🙂

Zuerst einmal muss ich alles, was ich je über Anne Hertz gesagt oder geschrieben habe revidieren. Ganz besonders die Tatsache, dass „Goldstück“, „Wunderkerzen“ oder „Trostpflaster“ das beste Buch des Autorinnenduos ist.
Nein, nein, nein – das ist nicht wahr. Definitiv nicht!
Gut, ich konnte nicht wissen, dass die zwei sich nach „Goldstück“ noch steigern können. Aber sie haben es getan und zwar gigantomanisch!!

In ihrem neuen Roman spielt die sympathische Nina die Hauptrolle.
Nina ist eigentlich ein netter Mensch und arbeitet in einer PR – Agentur. Ihre Chefin Susanne erhofft sich durch einen Auftrag des „Weidner – Verlag“ eine Finanzspritze, und beauftragt Nina mit der dazugehörigen Pressearbeit. Doch diese Aufgabe hat es in sich, denn das Buch welches vermarktet werden soll ist ein Macho – Ratgeber und hat den provokanten Titel „Ich kann sie alle haben“.
Ninas erste Reaktion: Auf keinen Fall übernehme ich das Projekt! Doch ihre Chefin zählt auf sie.
Bevor Nina also bis drei zählen kann, findet sie sich plötzlich auf Lesereise mit dem Texaner Dwaine F. Bosworth wieder und der lässt schnell durchblitzen, dass er auch zu seinen Worten steht. Allerdings hat er dabei die Rechnung ohne Nina gemacht, aber auch Nina erwartet noch eine heftige Überraschung!

Nicht nur die Grundidee des Romans hat mich von Anfang an begeistert, sondern auch die weibliche Hauptfigur. Nina ist eine moderne Singlefrau, die ihr Leben so genießt wie es ist. Lediglich ihre Mutter scheint das zu stören. Denn immer wieder startet sie Verkuppelungsversuche. Gut, dass Nina sich zu wehren weiß.
Die männliche Hauptfigur Dwaine wird zwar als attraktiv und durchtrainiert beschrieben, aber das bisschen Sympathie macht er sich in Nullkommanichts mit Goldkettchen, auffallenden Polyesterhemden und Brusthaartoupet zunichte. Außerdem, welcher Mann trägt Glitzergel in den Haaren und Röhrenjeans?

Zum wiederholten Male ist es Anne Hertz gelungen, mich mit ihrem lockeren, witzigen Schreibstil so zu begeistern, dass ich die ca. 360 Seiten an einem Stück gelesen habe.
Lacher sind ebenso garantiert wie Seufzer und ich gebe zu, dass ich mir das Buch diesmal für einen besonderen Tag aufgehoben habe. Ich habe es fast zelebriert endlich wieder einen Anne Hertz – Roman zu lesen. 🙂
Es war so ein bisschen wie „endlich wieder in Hamburg sein“. Obwohl ich noch nie dort war! Die Beschreibungen der Stadt, die in ihren Romanen einfließen, geben mir beim Lesen das untrügliche Gefühl vor Ort zu sein. Aber keine Angst, hier wird nicht lang und breit über den Hamburger Hafen geschrieben. Vielmehr sind es die kleine Andeutungen, die man als Anne Hertz – Fan schon aus den anderen Romanen kennt und sich daher schnell wieder zurechtfindet.
Außerdem gibt es neben der eigentlichen Handlung wieder ein „großes“ Thema: EHRLICHKEIT! Das wurde gut verpackt wie immer, ohne belehrend zu wirken.

Fazit: Ein superlustiges Lesevergnügen, voller überraschender Wendungen und der richtigen Portion Romantik. Endlich ein „Sahnehäubchen“ was wirklich rundum glücklich macht!
© Ricarda Ohligschläger

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Pfeifer sagt:

    Was für eine tolle Rezension. Habe eine Gänsehaut und richtig Geschmack an diesem Buch bekommen.

  2. Sabine sagt:

    Hallo Rici!

    Was für eine wunderbare Rezension!
    Auf „Sahnehäubchen“ bin ich schon mal gespannt, denn bisher waren auch „Goldstück“ und „Sternschnuppen“ meine Hertz-Lieblinge.

    Lg, Sabine

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