Philippa Gregory – Die Königin der Weißen Rose

Eigentlich ist es sogar schade, dass ich eine ganze Woche mit diesem Buch vergeudet habe…

England 1464. Zwischen den Adelshäusern York und Lancaster herrscht ein erbitterter Kampf um den Thron.
König Edward, der Erbe der Weißen Rose, begegnet der schönen Witwe Elizabeth Woodville und ist sofort hingerissen von ihr.
Die junge Frau ist allein mit ihren Söhnen Thomas und Richard. Ihr Vermögen hat sie verloren und ihr Gatte fiel bei der Schlacht von St. Albans.

Auch Elizabeths Leidenschaft entbrennt sofort für den großen gutaussehenden König. Trotzdem weigert sie sich standhaft, seine Mätresse zu werden.
Edward zieht wieder in die Schlacht, doch dann kommt er zurück, um sie ganz für sich zu erobern. Er beweist ihr seine Liebe, indem er sie zur Frau nimmt. Ein ungeheurer Skandal entbrennt und mit ihm Intrigen um Macht und Krone.
Elizabeth weiß, dass niemand sonst bisher so viele Feinde hatte. Ihre Familie lebt fortan in Gefahr, verfolgt von Neid und Missgunst. Sie wird als Hure und Hexe beschimpft.
Nur Edward sieht in ihr das, was sie wirklich ist: seine Königin.

„Die Königin der Weißen Rose“ ist der erste Teil der Trilogie über die Zeit der Rosenkriege. In diesem Band schildert die junge Elizabeth ihren Weg aus ihrer Sicht, was für einen historischen Roman eher selten ist. Auf den ersten Seiten tat ich mich etwas schwer mit dieser Erzählform. Im Verlauf der Handlung wollte ich es nicht mehr missen, da man als Leser so um einiges näher an der Geschichte war. Die Emotionen, Gedanken und Elizabeths Pläne konnten so viel besser nachempfunden werden.
Philippa Gregory schildert die Königin als starke Persönlichkeit deren Ehrgeiz sie nicht vom Thron wegführte. Den Vorwurf muss sich Elizabeth sogar von ihrer Tochter gefallen lassen.
König Edward wird als leidenschaftlicher Mann dargestellt.
Mit Leidenschaft zieht er in den Kampf um seinen Thron und genauso liebt er auch. Die Ehe mit Elizabeth ist für ihn keine Farce, sondern er steht jederzeit hinter seiner Frau du ist ständig um ihr Wohlergehen besorgt.

Diese Leidenschaft hätte ich mir allerdings auch beim Schreibstil der Autorin gewünscht. Sie beschreibt zwar ihre Figuren authentisch und das Bild dieser Zeit zeichnet sie gekonnt, doch an manchen Stellen lässt sie ihre Königin regelrecht nüchtern und kalt erscheinen.
Den Tod der kleinen Margaret handelt sie meiner Meinung nach emotionslos ab. Diese Gefühllosigkeit lässt sie an mehreren Stellen des Romans durchblicken.
Möglich, dass sie somit die Beherrschtheit der Königin aufzeichnen möchte. Aber dann müsste sich diese auch durch das ganze Buch ziehen. Elizabeths Brüder und Söhne jedenfalls werden scheinbar mehr geliebt.
Vielleicht war das auch wirklich so und die Autorin beschreibt lediglich realistisch. Da ich das nicht einschätzen kann, kann ich das nicht als Kritikpunkt ansehen.
Die Handlung an sich war für mich aber ebenso wenig fesselnd und plätscherte nur so dahin. Ich konnte keinen Spannungsbogen ausmachen und war mehrmals versucht das Buch aus der Hand zu legen.
Eigentlich ist es sogar schade, dass ich eine ganze Woche mit diesem Buch vergeudet habe und wer meine Rezensionen kennt weiß, dass ich in dieser Zeit sonst bei weitem mehr lese. Ein spannungsvolles Buch mit 560 Seiten lese ich sonst in zwei, drei Tagen.
Die Autorin wird auf der Rückseite des Buches als „Meisterin des historischen Romans“ angepriesen. Das mag für andere Bücher von ihr zutreffen, für dieses jedoch auf keinen Fall!

Einen großen Bonuspunkt bekommt das Buch allerdings für sein Lesezeichen auf dem der Stammbaum der Familie aufgezeigt wird und so mühseliges Nachschlagen verhindert.

Fazit: Wer ein interessantes und spannungsgeladenes Bild des mittelalterlichen Englands sucht, wird es mit dieser Lektüre leider nicht finden.
© Ricarda Ohligschläger

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nina2401 sagt:

    Ich habe bisher nur „Die Schwester der Königin“ gelesen und das fand ich auch sehr langatmig. Kein Vergleich zu Follett oder Gablé 😉

  2. Pingback: Tweets that mention Philippa Gregory – Die Königin der Weißen Rose « Literaturnotiz – Blog -- Topsy.com

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