Interviews mit Autoren

Interview mit Markus Barth


Ich stand schon zu Schulzeiten öfters auf der Bühne und habe Glossen für die Schülerzeitung geschrieben, hätte aber nie gedacht, dass man das zum Beruf machen kann.

Hallo Markus, Sie sind Headwriter für zahlreiche Fernsehshows, Standup – Comedian und nun auch noch Buchautor. Sehen Sie sich als Multitalent oder ist das alles nur die Summe aus dem was Ihnen Spaß macht?

Ich freue mich einfach, beruflich das tun zu können, was mir am meisten Spaß macht. Und da es viele Dinge gibt, für die ich kein Talent habe (Handwerk, Tanzen, Astrophysik) ist es auch besser für alle, dass ich genau das tue, was ich tue.

Wie kamen Sie dazu Autor / Standup-Comedian zu werden? War das ein Lebensziel bzw. Wunsch oder sind Sie da einfach so reingerutscht?

Ich stand schon zu Schulzeiten öfters auf der Bühne und habe Glossen für die Schülerzeitung geschrieben, hätte aber nie gedacht, dass man das zum Beruf machen kann. Deshalb habe ich auch erst mal studiert (Lehramt, Dramaturgie, Theaterpädagogik – alles eher kurz). Als ich dann nach einem Workshop in Köln das Angebot bekam, bei der „Sat1 Wochenshow“ als Autor zu arbeiten und dafür auch noch Geld bekommen sollte, habe ich wirklich gedacht, die veräppeln mich.

 Wie war es zum ersten Mal auf der Bühne zu stehen?

Ich habe damals schon fürs Fernsehen geschrieben und war beruflich in Berlin. Dann habe ich von der „Scheinbar“ gehört, wo jeden Abend „Offene Bühne“ ist und jeder alles aufführen kann. Da fiel mir ein, dass ich mal ein Standup geschrieben hatte, das irgendwie in keine Fernsehshow gepasst hat. Das hab ich dann abends selbst aufgeführt und die Zuschauer hatten großen Spaß. Alle sieben.

Wann haben Sie damit angefangen im Hintergrund zu agieren und für andere zu texten?

Der Anfang war die „Wochenshow“, dann kamen „Was guckst Du?!“, „Sechserpack“, „Ohne Worte mit Bastian Pastewka“ und einige Sitcoms. Irgendwann haben mich dann die ersten Bühnenkünstler angesprochen und so kam eines zum anderen. Die Kölner Comedy-Szene ist sehr klein.

Sie schreiben für verschiedene Bühnenkünstler und Fernsehshows (wenn ich da richtig informiert bin). Ist es nicht schwierig immer im Hintergrund bleiben zu müssen z. B. auch im Falle einer Auszeichnung? Oder wie muss ich mir das vorstellen?

Nee, das ist alles gut so wie’s ist. Wenn ich selbst Applaus will, gehe ich auf die Standup-Bühne. Aber ich schreibe zum Beispiel sehr gerne Sketche, und wenn diese Texte dann von Menschen wie Anke Engelke, Mirja Boes oder Bastian Pastewka gespielt werden – dann kann man sich als Autor wirklich freuen.

 Wie oft wurden Sie schon gefragt, ob Sie mit Mario Barth verwandt sind? Kennen Sie Ihn persönlich?

Nein, ich bin ihm (obwohl die Szene so klein ist) noch nie begegnet. Und was die Fragen angeht: Das legt sich allmählich. Da wir beide aus völlig unterschiedlichen Regionen kommen, uns nicht ähnlich sehen und es laut Internet in Deutschland über 16.000 Menschen mit dem Nachnamen „Barth“ gibt, ist eine Verwandtschaft ja auch nicht grade zwingend.

Beruht Ihr Buch auf eigenen Erfahrungen?

Mehr als mir lieb und den Leuten bewusst ist.

Ihr Buch „Der Genitiv ist dem Streber sein Sex… und andere Erkenntnisse aus meinem Leben 2.0“ beinhaltet ihr Bühnenprogramm. Könnten Sie sich auch vorstellen einen Roman zu schreiben? Ist da vielleicht sogar schon etwas in Planung?

Eigentlich hat sich mein Verlag anfangs einen Roman gewünscht. Da ich aber der Ansicht bin, dass das andere Leute besser können als ich, habe ich abgelehnt. Ich mag die kurzen Formen, da fühl ich mich wohl, die machen mir und offensichtlich auch den Leuten Spaß. So lange ich also nicht das Gefühl habe: „Ich hab da ne tolle Geschichte, die muss ich in ’nem Roman erzählen “, werde ich es bei den Glossen lassen. Denn davon schreibe ich gerne noch mehr.

Bekommen Sie auch mal böse Mails, wenn sich irgendwer beleidigt fühlt?

Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass das noch nicht passiert ist. Scheinbar lesen Männer mit gezupften Augenbrauen keine Bücher.

Wie sind Sie privat? Ganz anders als im Rampenlicht oder muss Ihre Familie/ Freunde auch schon mal was an knackigen Kommentaren einstecken?

Ich finde es eher anstrengend, wenn Leute meinen, sie müssten auch im Privatleben zehn Gags pro Minuten raushauen. Ein Chirurg schnippelt ja nach der Arbeit auch nicht zu Hause weiter. In meiner Familie und meinem Freundeskreis sind aber alle nicht auf den Kopf gefallen. Wenn ich da doch mal einen knackigen Kommentar mache, bekomme ich mit Sicherheit zehn zurück.

Was macht Ihnen mehr Spaß, Comedy auf der Bühne oder eine Lesung? Oder beides zusammen?

Beides sind sehr unterschiedliche Dinge mit unterschiedlichen Reizen. Bei meiner ersten Lesung wollte ich oft den Tisch wegschieben, aufstehen und Standup machen. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass auch reines Lesen Spaß machen kann. Aber in meinen Mixed-Shows („Maximal Dicht“ in Köln und „Pantheon Next Generation“ in Bonn) versuche ich immer beides einfließen zu lassen.

Wie bereiten Sie sich auf das jeweilige Programm vor. Gibt es da einen Unterschied?

Ich arbeite mit einer Regisseurin zusammen, die auf beiden Feldern Erfahrung hat (Standup und Lesung). Der Unterschied besteht vor allem in der Erwartungshaltung. Bei einer Lesung sollte man sich nicht unbedingt auf hysterisches Lachen in Minute zwei einstellen. Nach Minute 15 kann es aber durchaus passieren.

Was ist Ihr Sex im Leben – sind sie ein Streber?

Ich hab mal gehört „Essen ist der Sex des Alters“. Wenn’s danach geht bin ich mindestens 85. 

Sie leben in Köln. Hand auf Herz, sind Sie Karnevalsjeck oder Karneval weg?

Die Mischung macht’s: Donnerstag Ramba Zamba, Freitag scheintot, Samstag ab in den Urlaub.

Lieber Markus, in diesem Sinne wünsche ich Ihnen KÖLLE ALAAF und alles Gute für Ihre weitere Buch- und Bühnenkarriere.

Die Bücher aus der Verlosung gehen in den nächsten Tagen an

Kerstin M.
Jasmin Sch.
Sarah F.

Über die Karten für Markus´Liveshow am 12.05.2011 darf sich Sandra S. freuen. Viel Spaß!!

Die Interviewfragen stammen u. a. aus Einsendungen, im Rahmen der Aktion „Leser fragen – Autoren antworten“