Interview mit Sina Beerwald

Liebe Frau Beerwald, sie wussten schon früh, dass Sie Schriftstellerin werden wollen? War da auch schon klar welchem Genre Sie sich einmal widmen würden? War die Liebe zur Geschichte vielleicht ein ständiger Begleiter?

 Die Entscheidung für das Genre fiel gleichzeitig mit der Entscheidung, einen Roman zu schreiben. Geschichte zählte nicht zu meinen Lieblingsfächern in der Schule, allerdings nur deshalb, weil es mir zu politisch und zu „trocken“ war. Ich wollte immer wissen, was die Menschen gefühlt und gedacht haben, die Zeuge eines geschichtlichen Ereignisses wurden. Deshalb lese ich auch sehr gerne alte Tagebücher und Briefe.

Ich habe auf Ihrer Homepage gelesen, dass es Ihnen viel Spaß macht Lücken in der Vergangenheit mit Fantasie zu füllen. Besteht die Möglichkeit, dass Sie auch mal einen Fantasyroman schreiben werden, vielleicht in einer historischen Umgebung? 

Nein, Fantasy und historischer Roman werde ich nicht mischen, da ich im historischen Roman so nahe wie möglich an den geschichtlichen Gegebenheiten bleiben will. Aber einen reinen Fantasyroman kann ich mir vorstellen, auch meinen „heiter-komischen Familienroman“ habe ich noch nicht geschrieben, aber aktuell kann ich mir sehr gut vorstellen, einen Thriller zu schreiben – daran arbeite ich nämlich gerade. 

Ihre Romane spielen in Augsburg, Hamburg, Frankreich und Quedlinburg. Haben Sie zu diesen Orten eine besondere Beziehung oder was hat sie dazu inspiriert die Romanhandlungen dort spielen zu lassen?

Es ist eine Mischung aus beidem: Es braucht die besondere Beziehung zu einem Ort, denn ohne Herzblut geht es nicht. Und da meine Romane immer auf einer wahren historischen Begebenheit beruhen, sind es auch die Orte, die mich regelrecht anziehen.

Sprechen Sie auch französisch?

Ja. Lange genug in der Schule gelernt.

Schreiben Sie gerne an einem bestimmten Ort? Ist es vielleicht der Wohnwagen, in dem einst die Entscheidung fiel, wirklich einen Roman zu schreiben? 

Ich gehöre zu den Autoren, die überall schreiben können. Ich brauche nur den Laptop oder alternativ Stift und Papier – ich schreibe nämlich auch oft und gerne von Hand. 

Ihre Romane spielen alle im 18 Jahrhundert. Gibt es dafür einen besonderen Grund?

Das 18. Jahrhundert ist ein Jahrhundert des Umbruchs und deshalb sehr spannend. Es ist die Zeit der Aufklärung, viele noch heute bedeutende Erfindungen werden gemacht und trotzdem sind die Menschen im 18. Jahrhundert noch in mittelalterlichem Denken verhaftet – der Aberglaube tritt dem Fortschritt entgegen. Eine spannungsreiche Zeit, die geradezu zum Erzählen auffordert.

Können Sie sich trotzdem auch vorstellen Romane zu schreiben, die in der heutigen Zeit spielen? Wenn ja, welche Themen würden Sie darin behandeln? Wenn nein, warum nicht?

Ich schreibe sehr gerne historische Romane, kann mir aber auch vorstellen, in anderen Genres zu schreiben. Dies zeigt auch mein 2012 erscheinender Thriller. Über das Thema schweige ich mich noch aus.

Wieso wählen Sie meistens „starke Frauen“ für die Hauptrolle Ihrer Bücher?

Ob die Frauen in meinen Romanen immer so stark sind, bezweifle ich. Sicher aber ist, dass sie für ihre Sache kämpfen müssen – verknüpft mit einer wahren historischen Begebenheit ist das mindestens eine Hauptrolle wert, und eine Geschichte, die einfach erzählt werden muss.

Wenn Sie Ihre Bücher „bewerben“ müssten und in einem Satz sagen müssten, was Ihre Bücher so lesenswert macht, was würden Sie sagen? 

Goldschmiedekunst, Kaiserkrönung, Augsburg, Uhrmacherhandwerk, Seefahrt, London, Hamburg, Parfümhandwerk, Mont Saint-Michel, Medizin(handwerk), viel Spannung und ein bärbeißiger Leibarzt – da ist hoffentlich für jeden etwas dabei und ganz nebenbei lernt man noch etwas über Geschichte.

Welche Bücher lesen Sie gern in Ihrer Freizeit, Frau Beerwald?

Sachbücher für die Recherche. Seit ich hauptberufliche Autorin bin, muss ich das tun, womit ich mein Geld verdiene: Schreiben.

Gibt es einen Autor / eine Autorin, die Sie besonders gerne einmal treffen würden und warum?

Ich treffe mich regelmäßig und oft mit meinen Kollegen. Und alle Begegnungen sind spannend und interessant. Mit Goethe hätte ich mich gerne mal auf ein Glas Wein zusammengesetzt, aber das wird wohl in diesem, meinem Leben nichts mehr werden. 

Gibt es etwas, was sie Ihren Lesern noch sagen möchten?

Danke an alle, die bisher meine Bücher gelesen haben; die mir hier Fragen gestellt haben und die diesen Fragebogen nun auch bis zum Ende gelesen haben. Sie wissen ja: Herzlich willkommen. Und wenn Sie sich jetzt die Frage stellen, worauf ich anspiele, dann müssen Sie, um die Antwort zu erhalten, eines meiner Bücher lesen.

Liebe Sina, ich danke Ihnen – auch im Namen der Leser – sehr für dieses Interview und freue mich schon sehr auf 2012 und Ihren Thriller.

 

 

 

Die Bücher aus der Verlosung gingen bereits an

Lars B.
Saskia L.
Christiane K.

Die Interviewfragen stammen u. a. aus Einsendungen, im Rahmen der Aktion „Leser fragen – Autoren antworten“

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  1. Lars sagt:

    Interessantes Interview. Das Buch ist heute angekommen. Hoffentlich ist es genau so interessant. Danke für das Buch.

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