Hannah Brebeck – Das Labyrinth der Engel

am

So etwas Fades habe ich schon lange nicht mehr gelesen!

Paris 1609. Ein obskurer Diebstahl, verbotene Geschäfte in dunklen Gewölben und eine Serie von grausamen Morden sorgen im Hôtel – Dieu, dem klösterlichen Hospital auf der Île de la Cîte, für Angst und Schrecken.
Auch das Leben der Oberhebamme Estiennette Rimbault gerät dabei in größte Gefahr. Verzweifelt bittet sie ihre Freundin, die königliche Leibhebamme Louise Bourgeois, um Hilfe.
Schon bald entdecken die beiden Frauen eine erste Spur, und ein scheinbar unbedeutendes Symbol bringt Estiennette ein Geheimnis in Erinnerung, das ihr einst eine Nonne auf dem Sterbebett anvertraute. (Quelle: Klappentext) 

Soweit zum Inhalt des Buches, welches laut Klappentext atemberaubend, spannend und mysteriös beschrieben ist. Leider konnte ich, trotz großer Anstrengung, von der Spannung auf den ganzen 317 Seiten nichts finden.

Jede einzelne Seite zog sich derart zäh wie Kaugummi und wer mich kennt weiß, dass ich 317 Seiten eigentlich innerhalb von maximal zwei Tagen lese.
Ganze drei Tage kaute ich an dem Buch, immer noch darauf hoffend, dass die spannende und überraschende Wendung doch endlich käme, und wohl auch aus dem Grund zu erfahren, wie die Liebesgeschichte von Sophie und Jean – Philippe ausgeht. Leider wurde ich in jeder Hinsicht enttäuscht. So etwas Fades habe ich schon lange nicht mehr gelesen!

Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt und normalerweise steigert solch ein Vorgehen die Spannung von Seite zu Seite. Hierbei wurde dadurch aber die gesamte Handlung zerrissen und aufkeimende Spannung im Keim erstickt.
Auch die Auflösung des Falls ist so ungeschickt dargestellt, dass ich auch hierfür keinerlei positive Worte finden kann.
Ebenso ist die Intrige, die zwischen Sofie und Jean – Philippe gesponnen wurde, zwar intelligent eingefädelt, aber beim großen Wiedersehen fehlte jede Spur von Dramatik.

Einzig lobenswert ist die Darstellung beziehungsweise die Beschreibung der Arbeit der Hebammen zur damaligen Zeit. Mit viel Sorgfalt legt die Autorin hier ein anschauliches Bild dar.

Ob die Kurzbeschreibung des Buches völlig andere Erwartungen in mir geweckt hat oder von mir lediglich zur falschen Zeit gelesen wurde, kann ich nicht beantworten. Jedoch habe ich schon ähnliche Kurzbeschreibungen gelesen, die mich dann auch vollends mitrissen.
Petra Schier möchte ich an dieser Stelle zum direkten Vergleich empfehlen. Ihr flüssiger Schreibstil, ihre geschickt gesponnenen Handlungsfäden und ausgezeichneten Spannungsbögen sind kein Vergleich mit dieser zähen Buchstabensammlung.  
© Ricarda Ohligschläger

Kommentar verfassen