Anette Göttlicher – Maries Tagebuch („Wer ist eigentlich Paul?“, „Sind sie nicht alle ein bisschen Paul?“ und „Aus die Maus“)

Der unnachahmliche Schreibstil von Anette Göttlicher macht dieses Buch zu einem „must-have“ und beweist, dass nicht nur Kondome das Prädikat „gefühlsecht“ verdient haben.

Irgendwann habe ich schon einmal Maries Tagebücher gelesen.  Damals noch einzeln und da vor einigen Tagen der mittlerweile fünfte Band erschienen ist, wollte ich noch einmal Maries Liebesleben aufleben lassen.

„Wer ist eigentlich Paul?“, „Sind sie nicht  alle ein bisschen Paul?“ und „Aus die Maus“, ein Marie und Paul –  Marathon lag also vor mir und ich befürchtete noch ein klitzekleines bisschen,  dass es mir schnell zu viel werden könnte. Aber nun ist das eingetreten, wovor ich
mich noch viel mehr gefürchtet habe. Ich habe mittlerweile sogar Band vier („Paul darf das!“) gelesen und Band fünf („Mensch, Paul!“) lässt immer noch auf sich warten!

Dabei würde ich doch so gerne weiter von Marie und Paul lesen. Worum geht es dabei eigentlich?

Es geht um die Liebe. Die Liebe zwischen Paul und Marie. Wobei die Liebe von  Marie zu Paul eindeutig stärker zu sein scheint, als die von Paul zu Marie.

Er ist der einsame Wolf, der sich nicht binden mag. Blond,  sexy, sehr attraktiv und mit den süßesten Lachfältchen, die Marie je gesehen
hat. Marie hingegen ist das, was man durchaus eine gestandene  junge Frau nennen darf. Sie hat eine lange Beziehung mit Max hinter sich, der
jetzt genauso zu ihrem Freundeskreis gehört wie Vroni, Beate und Co.

Eigentlich ist alles ganz normal, bis sie sich Hals über Kopf in Paul verliebt und von da an fahren ihre Gefühle Achterbahn, denn Paul hält Verabredungen  nicht ein, meldet sich wochenlang nicht und raubt ihr ansonsten den Verstand.  Denn eines ist definitiv gut an Paul: der Sex mit ihm ist toll und lässt Marie  ganz unanständig werden. Marie fühlt sich begehrt, leidenschaftlich und sexy.  Aber eben nur mit Paul, doch wie schon erwähnt, der lässt sie ziemlich oft allein.

Theoretisch könnte man jeder 14jährigen wortlos dieses Buch in die Hand drücken und hätte ihr mehr über die Liebe erklärt, als es ein
ganzer Abend, voll mit lauter Erklärungen über das Leben und die Liebe an sich, je vermag.

Das Teeniemädel wüsste nach der Lektüre alles über die dazugehörigen Schmetterlinge, erste Küsse, erste Dates, Tränen, unerfüllte Wünsche, Sehnsüchte, heiße Nächte, wilden Sex, unbändige Leidenschaft und große Enttäuschungen.

Praktisch gesehen würde ich damit besser noch warten bis das Mädel 16 ist, denn Anette Göttlicher nennt die Dinge beim Namen und das
manchmal sehr direkt. Jedoch nicht zu direkt und das macht eben die Mischung aus, die ich in diesem Zusammenhang als perfekt beschreiben würde.

Einmal vergräbt Paul seinen Kopf unter Maries Rock, ein anderes Mal sehnt sich  Marie sehr danach ihre Zunge …

Und wieder ein anderes Mal wir es sehr lustig, als sie probehalber ohne etwas drunter ihren Mantel ausführt oder sie sich in der
Dusche eines Lovers einsperrt.

Und manchmal möchte man Marie auch schütteln und ihr sagen  „He, lass das doch nicht mit dir machen!“ und fragt sich gleichzeitig
wie oft man selbst diesen „kleinen Schüttler“ hätte gebrauchen können. Hatte man nicht selbst schon diese Phasen, in denen man alles getan
hätte, um diesen einen Typen zu bekommen?

Ganz ehrlich sind mir bei der Lektüre dieses Buches so einige verflossene Liebeleien wieder in den Sinn gekommen und ich kann damit
nur den Klappentext bestätigen, dass jede Frau ein kleines bisschen Marie in sich entdecken wird.

Ich möchte Anette Göttlicher ein großes Kompliment aussprechen. Sie hat wirklich alle Eventualitäten der Liebe in „Maries Tagebuch“
vereint und es war an keiner Stelle langweilig. Obwohl mir die Story ja bereits bekannt war, habe ich mich noch einmal sehr wohl gefühlt in Maries Welt. Ich habe mit ihr gelitten, gelacht und ihr auf der Suche nach der großen Liebe die Daumen gedrückt, habe geweint und mit ihr gehofft.

Fazit: Der unnachahmliche Schreibstil von Anette Göttlicher macht dieses Buch zu einem „must-have“ und beweist, dass nicht nur Kondome
das Prädikat „gefühlsecht“ verdient haben.
© Ricarda Ohligschläger

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Andrea sagt:

    Ich liebe diese Marie- und Paulgeschichten. Lese grade das neuste Buch von Anette Göttlicher „Mensch, Paul!“ und kann es nur empfehlen! 🙂

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