Tabitha Suzuma – Forbidden

Und danach nur noch Trauer… und eine ganz große Leere in mir.

Ich bin durch die Rezension von Andrea Koßmann auf dieses Buch aufmerksam geworden und habe es vor ca. 1,5 Stunden beendet. Eigentlich wollte ich mich noch ein bisschen sammeln, bevor ich meine Meinung dazu kundtue. Ich spüre jedoch ein unbändiges innerliches Beben in mir, welches noch etliche Tage anhalten wird und es wird hoffentlich etwas nachlassen, wenn ich meine Gedanken in Form einer Rezension niederschreiben werde. Vorausgesetzt ich schaffe das überhaupt!

Zum Inhalt möchte ich – entgegen meiner eigentlichen Gewohnheit – nichts schreiben. Für alle, die noch gar nichts über das Buch gelesen oder gehört haben ist hier die Kurzbeschreibung:

„Eine große Liebe voller Leidenschaft und gegen alle Vernunft Die sechzehnjährige Maya und ihr ein Jahr älterer Bruder Lochan kümmern sich um ihre drei jüngeren Geschwister, während ihre Mutter sich dem Alkohol und ihrem Liebhaber zuwendet. Verzweifelt versuchen die beiden, ihre Familie zu erhalten und kommen sich dabei immer näher. Sie wissen, was der andere denkt und fühlt, geben sich Halt und sind sich gegenseitig Trost. Eines Tages wird mehr aus ihrer Beziehung. Maya und Lochan wissen, dass sie etwas Verbotenes tun, aber ihre Gefühle sind stärker und sie können nicht mehr ohne den anderen sein. Denn: Wie kann sich etwas Falsches so richtig anfühlen? Sensibel und eindringlich erzählt Tabitha Suzuma von einer bedingungslosen Liebe über alle Grenzen hinweg. Ein Tabuthema, dass bewegt, fesselt und lange nachklingt.“ (Quelle:www.amazon.de)

Und nun weiß ich eigentlich gar nicht wo ich anfangen soll, weil ich meine Gefühle nicht sortiert bekomme.
Mit 100%er Sicherheit kann ich sagen, dass ich zwar schon einige Bücher über Inzest im Allgemeinen und Inzest zwischen Geschwistern gelesen habe, aber … und ich traue mich das kaum zu schreiben … keines war so berührend wie dieses.

Ja, ich habe mir während des Lesens sogar gewünscht, dass Maya und Lochan ihre Liebe leben dürfen! Ich habe mit ihnen gezittert und gehofft, dass sie einen Weg finden sich nicht mehr verstecken zu müssen. Und natürlich hatte ich immer im Hinterkopf, dass es das nicht geben darf!

„Ich verstehe das nicht. Ich verstehe das nicht. Bestimmt hat es eine solche Liebe schon vor uns gegeben. Sicherlich haben sich auch vor uns schon Brüder und Schwestern ineinander verliebt. (…) Aber Inzest ist gesetzlich verboten.“ Seite 290/291

Gleichzeitig spürte ich mit jeder Zeile die Verzweiflung der Geschwister, ihren Zwiespalt, ihre Zerrissenheit, ihre unbändige Liebe und Sehnsucht zueinander – und hätte ihnen gern geholfen. Sie selbst konnten am wenigsten verstehen, was mit ihnen geschieht.

„Wie kann etwas nur so wehtun, wenn doch alles in Ordnung ist?“ Seite 160

Und während sich Lochan und Maya immer wieder annäherten und entzweiten nur, um daraufhin noch enger zusammenzufinden richtete sich meine Wut auf ihre Mutter. Irgendwann in der Geschichte wünschte sich Lochan(?), sie ganz aus dem Familienleben ausschließen zu können. Ich hätte ihm und seinen Geschwistern das gerne gegönnt. Diese Frau, die sich mit ihrem Egoismus selbst soweit von der Familie entfernte, hat es in meinen Augen nicht verdient Teil der Familie zu bleiben. 

Dass sie sich selbst nicht mehr als Teil der Familie sah, hat sie auf erschreckende aber eindeutige Weise im letzten Kapitel des Buches bewiesen. Das war für ich der Moment meine Wut auf diese Frau in Tränen unterging. Und zu all den Gefühlen, die ich bis dato mit „Forbidden“ durchlebt hatte, kam der Hass.

Und danach nur noch Trauer… und eine ganz große Leere in mir.

Fazit: Es gibt unzählige Liebesgeschichten über junge Menschen, aber keine war bisher so verboten schön und hat mich so zerrissen zurück gelassen.
© Ricarda Ohligschläger

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Caroline Clifford sagt:

    I so fully understand your feelings about this story…..the emotional rollercoaster….feeling the love; feeling the hate for mother; wanting the young couple SO MUCH to be allowed to love each other….despite their relationship to each other….as T.Suzuma said….“its unfortunate that they were born of the same mother“…..
    It was days and days before i could read another book.

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