Rebecca Michéle – Die Tote von Higher Barton

Ich bin immer wieder froh durch Empfehlungen neue Bücher und vor allen Dingen Autorinnen kennenzulernen. Durch die
Kooperation mit den Autorinnen von Delia und eine damit verbundene Leserunde landete vor nicht allzu langer Zeit das Buch „Die Tote von Higher Barton“ in meinem Postkasten – ein zeitgenössischer Cornwallkrimi.

Hauptfigur des Romans ist die ältliche Mabel Clarence, die ihre charakterliche Ähnlichkeit mit Miss Marple nicht bestreiten kann.  Ein bisschen kauzig kommt sie daher, aber auf Anhieb erscheint sie sehr liebenswert.
Mabel reist nach etlichen Jahren des Zwistes zu ihrer Cousine nach Higher Barton. Vor Jahren beendete ihre große Liebe Arthur die Beziehung zu ihr, um mit Cousine Abigail Tremaine glücklich zu werden, doch nun soll die Versöhnung auf dem Landsitz stattfinden.

Da Abigail Geburtstag feiert, hat sie der Cousine eine Einladung gesandt, die diese nun wahrnehmen möchte. Leider wird Mabel auf der Fahrt von sintflutartigen Regengüssen überrascht und strandet mit leerem Tank auf der Landstraße. Da sie bisher kein Handy als notwendig erachtete, muss sie sich gedulden und hoffen, dass bald eine Hilfe naht.
Diese trifft in Form des mürrischen Tierarztes Victor ein, der sie dann zu ihrem eigentlichen Ziel fährt.

Da sie die Herrschaften jedoch nicht zu der frühen Morgenstunde wecken möchte, dringt sie auf der Südseite des Hauses durch eine offene Terrassentür ein – und entdeckt in der Bibliothek eine Leiche!
Schnellstens wird die Polizei alarmiert und es herrscht rege Hektik, doch als die Beamten eintreffen ist die erdrosselte junge
Frau in dem historischen Kostüm verschwunden.

Mabel ist sich allerdings ganz sicher, dass sie keinem Hirngespinst zum Opfer gefallen ist und stellt eigene Nachforschungen an.  Dass diese für sie selbst gefährlich werden können, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht!

Zugegeben: das Buch hätte ich mir niemals selbst gekauft, wenn ich es nicht empfohlen bekommen hätte. Mir wäre dann jedoch ein spannender Krimi entgangen, der nicht nur durch etliche Verwicklungen, sondern auch die eine charmante Hauptfigur überzeugt!

Rebecca Michéle hat Mabel nicht nur überzeugend charakterisiert, sondern mit ihrem Schreibstil auch dafür gesorgt, dass mich dieses Buch in eine ganz besondere Stimmung versetzte.
Den Ort der Handlung bildhaft vor die  Augen der Leser zu zaubern ist ihr ganz großartig gelungen und die momentane herbstliche Witterung sorgte passenderweise für ein „englisches Gefühl“.

Bereits nach wenigen Seiten war ich angetan von der Kulisse und begeistert von der wachsenden Spannung, die sich lückenlos bis
zum Ende hielt. Ohne Ausnahme hat die Autorin glaubwürdige Figuren, neue Rätsel und überraschende Wendungen in ihren Roman einfließen lassen. Es ist mir sehr schwer gefallen, das Buch aus der Hand zu legen und ich möchte es sehr gerne an
dieser Stelle weiterempfehlen.

Das Ende lässt mich ein bisschen darauf hoffen, dass ich Mabel bald wieder auf neuen Abenteuern begleiten darf. Ich würde mich
sehr freuen!!!
© Ricarda Ohligschläger

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Silvia Borowski sagt:

    Auch wenn mich das Buchcover nicht so anspricht, klingt aber der Klappentext sehr vielversprechend und der Inhalt reizt mich es zu lesen. Außerdem finde ich es immer reizvoll neue Autoren/innen kennenzulernen. Wenn das Buch Spannung verspricht und es bis zum Schluss anhält, liegt es bei mir in den richtigen Händen

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