Verena Rabe – Der längste Tag in unserem Leben

….beschrieben, so bildhaft, dass ich den Eindruck hatte mittendrin im Geschehen zu sein.

Was ist wirklich wichtig im Leben? Diese Frage stellt sich die junge Norwegerin Silje – vor allem, nachdem sie sich von Leo getrennt hat, den sie so liebte und mit dem sie in London lebte. Doch sie verließ ihn, weil sie es in der Metropole vor Heimweh nicht mehr aushielt. Da ruft sie ein Anruf des ehemaligen Geliebten nach London zurück. Alarmiert macht sie sich auf die Suche nach ihm, denn er scheint in höchster Gefahr zu schweben …(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de

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Als ich diese Kurzbeschreibung las, dachte ich zuerst an einen ganz normalen Roman, in dem sich zwei suchen und dann letzten Endes und mit viel Glück (wieder)finden. Doch Verena Rabe hat mich mit ihrem Roman „Der längste Tag in unserem Leben“ vollkommen überrascht, denn es ist weit mehr als eine tragische Liebesgeschichte, weit mehr als der Klappentext vermuten lässt!
Am Morgen des 07. Juli 2005 kam es in London zu insgesamt vier Anschlägen der Al Kaida und genau diese Ereignisse lässt Verena Rabe in ihrem Roman einfließen.
Silje, die ihre große Liebe Leo in London verlassen hat, um wieder zurück nach Norwegen zu kehren, bekommt zum Zeitpunkt der Anschläge einen Anruf von ihm und bevor es zu einem richtigen Gespräch kommen kann, wird das Gespräch unterbrochen. Der laute Knall verunsichert Silje und kurze Zeit später ist ihr klar, dass sie sofort nach London muss. Doch wie wird Leo reagieren, wenn sie vor ihm steht? Wie wird sie ihn antreffen? Ist er vielleicht sogar unter den Opfern?

Wenn mich eins berührt hat in diesem Roman, dann ist es Rabes Talent die Stimmung dieser Anschläge einzufangen. Panik, Todesangst, Entsetzen und die dramatische Suche der Menschen nach ihren Angehörigen – beschrieben, so bildhaft, dass ich den Eindruck hatte mittendrin im Geschehen zu sein.
Rabes Figuren sind unterschiedlich gezeichnet. Da ist die Journalistin, die aus dem Unglück Profit schlägt; ihre Tochter Olivia, die plötzlich nicht mehr sauer auf ihre Mutter sein kann; die junge Frau, die sich verzweifelt an Leo klammert und Leo selbst, der zu gerne die schrecklichen Bilder aus dem Tunnel vergessen möchte…

Verena Rabe weist mit ihrem Buch eindrucksvoll und nachhaltig  darauf hin, dass alles vergänglich ist und wir nutzen sollten, was uns an Chancen gegeben wird.

Fazit: Ein Buch zum innehalten. Berührend und aufwühlend zugleich!
© Ricarda Ohligschläger

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jai sagt:

    Deine Rezension gefällt mir sehr gut. Das Buch ist gleich auf meine Wunschliste gewandert.

    Liebe Grüße,
    Jai

  2. Nina sagt:

    Wow, das Buch muss auch auf meine Wunschliste, vielen lieben Dank für die tolle Rezi 🙂

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