Sofie Cramer und Sven Ulrich – Herz an Herz

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Als ich den Klappentext sah, dachte ich an eine billige Kopie von Glattauers „Gut gegen Nordwind“. Aber schon nach wenigen Seiten war klar, dass ich irrte. Und zwar gewaltig!

Ich habe eben ernsthaft überlegt, ob ich dieses Buch überhaupt rezensieren soll bzw. kann. Habe mich aber dann doch dafür entschieden, weil ich euch diesen außergewöhnlichen Leseschatz nicht vorenthalten möchte.

Flaschenpost für dich. Eine romantische Hochzeit an der Ostsee? Für Sara eine Strafe. Frisch geschieden sitzt sie zwischen lauter Paaren. Glücklichen Paaren. Der einzige attraktive Single entpuppt sich als Nervtöter. Die albernen Hochzeitsspielchen geben ihr den Rest: Statt guter Wünsche fürs Brautpaar schreibt Sara sich ihren ganzen Frust von der Seele und schmeißt die Flaschenpost ins Meer. Mit einer Antwort rechnet sie nicht. Doch wenige Wochen später erhält Sara einen Brief. Die Worte des unbekannten Finders berühren ihr Herz. Als dem regen Briefwechsel und zahlreichen E-Mails endlich ein Kennenlernen folgen soll, zögert er. Und das aus gutem Grund …
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)

Als ich den Klappentext sah, dachte ich an eine billige Kopie von Glattauers „Gut gegen Nordwind“. Aber schon nach wenigen Seiten war klar, dass ich irrte. Und zwar gewaltig!
Sofie Cramer habe ich im letzten Jahr schon für mich entdeckt. Sie hat mich begeistert und deshalb war ich sehr neugierig auf das „literarische Duett“ mit Sven Ulrich, der mir noch völlig unbekannt war. Jetzt, nach der Lektüre möchte ich noch viel mehr von beiden lesen. Unbedingt! Am allerliebsten jedoch möchte ich „Herz an Herz“ noch einmal lesen und zwar ohne zu wissen, wie es ausgeht.

Zur Leseprobe „Herz an Herz“

Erzählt wird die Geschichte von zwei Menschen, die auf außergewöhnliche Weise zueinander finden. Nämlich durch eine Flaschenpost – aufgegeben von Sara.
Sara lebt in Hamburg, ist Psychologin und hat eine gescheiterte Ehe hinter sich, die ihren traumatischen Höhepunkt erst im Verlauf der Handlung offenbart.
Vertrauen ist das, was Sara während ihrer Ehe abhanden gekommen ist und aus diesem Grund tastet sie sich nur sehr vorsichtig an Berti heran.

Berti ist Versicherungskaufmann, fast 40, und lebt in München, wo er sein Leben – neben seiner an Alzheimer erkrankten Mutter – in immer gleichen Bahnen (ver)lebt.

Aus den Briefen zwischen ihnen werden nach einiger Zeit Mails und abendliche Chats, die u.a. mit Wein zelebriert werden. So wie bei einem richtigen Date.

Es knistert gewaltig zwischen den beiden. Das spürt man aus jeder Zeile, die geschrieben wird und ich war froh, dass ich nur weiterblättern musste, um eine neue Email bzw. einen Brief von dem jeweils anderen zu lesen. Sara und Berti jedoch mussten zum Teil tagelang auf Antwort warten. Da kribbelt es beim Lesen schon vor Aufregung. Nach und nach wird aus schüchterner Romantik eine ganz zarte Erotik und die kleinen Details, die sie dem jeweils anderen mitteilen, lassen auf noch mehr Gefühle hoffen!

An dieser Stelle mag ich nicht mehr von der Handlung verraten. Ich möchte, dass ihr das Buch selbst für euch entdeckt. Allerdings warne ich euch vor, denn es ist viel zu schnell zu Ende und ihr müsst Sara und Berti dann gehen lassen. Mir fiel das äußerst schwer, denn ich fühlte mich zu den beiden hingezogen. Nicht nur wegen der schönen Momente zwischen ihnen und ihren großen Herzen, sondern wegen ihren Ecken und Kanten, die sie so sympathisch machen. Ja, solche Protagonisten möchte man gerne zu seinen Freunden zählen.

Ich habe selten so ein warmherziges, anrührendes, aufregendes und emotionsgeladenes Buch wie „Herz an Herz“ gelesen, dass mit solcher Intensität ans Herz geht.
Es hat mich beflügelt, beglückt und mir ganz tolle Lesemomente geschenkt.
Geht mit Berti und Sara auf Entdeckungstour. Ihr werdet die vielfältigsten Emotionen beim Lesen entdecken. Aber sagt später nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

P.S. Nach dem Klappentext zu urteilen, ist es Berti, der anfänglich wegen eines Treffens zögert. Es ist aber Sara. Berti jedoch hält eine ganz besondere Überraschung bereit. Diese kann man ganz dezent zwischen den Zeilen erahnen, was mich aber nicht davon abhält diesem Buch die volle Punktzahl zu geben.
© Ricarda Ohligschläger
Cover © www.rowohlt.de

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  1. lomoherz sagt:

    Na, jetzt bin ich aber neugierig geworden! 🙂

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