Interview mit Katarina Fischer

Ich würde mich sehr freuen, öfter die Chance zu bekommen, Leser zu treffen und mich auszutauschen.

Liebe Katarina, ich habe Ihren Blog erst durch den Blog „Herzgedanke“ gefunden. Mich würde interessieren, ob Sie selbst auch andere Bücherblogs verfolgen, will heißen, ob Sie selbst ein Bücherfan sind.

Ich bin großer Bücherfan und lese sehr gern – allerdings bin ich, wie man in Hamburg sagt, ein bisschen krüsch mit der Auswahl. Ich kann Stunden in Buchhandlungen zubringen und hunderte von Klappentexten lesen und am Ende doch mit leeren Händen nach Hause gehen, weil mich kein Buch angesprochen hat. Umso trauriger bin ich jedes Mal, wenn ich wieder ein gutes Buch fertig gelesen habe, denn dann geht die Jagd von vorne los.
Klar, Bücherblogs wären in dieser Hinsicht potentiell hilfreich für mich. Aber Ich bin kein Freund von Empfehlungen, ob es nun um Musik, Filme oder eben Bücher geht. Jeder Mensch empfindet eine Geschichte oder eine Melodie anders und ich glaube zwar der  Person, die mir sagen, dass sie gerade dieses Buch gelesen haben, und dass es unglaublich gut sei… aber ich weiß auch, dass ich es nicht so gut finden werde, wie sie. Vielleicht anders gut. Vielleicht aber auch schlecht.
Das Interessante daran: Obwohl ich das weiß, macht es mich trotzdem traurig, wenn mir jemand sagt, dass ihm mein Buch nicht gefallen hat. Da ist das Herz dann wohl doch lauter als der Kopf.

Als Sie Ihren ersten Roman „Liebe geht anders“ geschrieben haben, stand es da schon für Sie fest, dass daraus mal eine Trilogie entstehen soll?

Nein, überhaupt nicht. Ich hatte die finale Fassung von ‚Liebe geht anders‘ gerade beim Verlag abgegeben und gleich das Exposee für das zweite Buch (damals noch namenlos) hinterhergeschickt. Thematisch ähnelte es schon ‚Jetzt ist bald und nichts ist los‘, allerdings fühlte es sich irgendwie ungreifbar an, zu konstruiert. Ich glaube, das hing damit zusammen, dass mir das Thema so wichtig war, dass ich die Figuren nur als Vehikel für die Geschichte missbrauchte, ganz schlechte Idee. Jedenfalls sprach ich mit meiner Lektorin und sie war es, die fragte: „Warum schreibst du nicht einfach wieder über Daphne?“ Ich dachte darüber gar nicht lange nach, plötzlich passte alles, also habe ich so weitergearbeitet. Und der dritte Teil… nur zwei Teile, das ist ja weder Fisch noch Fleisch. Und liebe ich die Figuren aus den ersten beiden Büchern, alle ohne Ausnahme. Ich bin froh, dass ich Ihnen noch nicht so schnell ‚Auf Wiedersehen‘ sagen muss.

Das aktuelle Buch „Jetzt ist bald und nichts ist los“ soll Teil einer Reihe sein. Kann man es denn auch einzeln lesen oder sollte man das vorangegangene Buch kennen?

Da muss ich wieder meine Lektorin ins Spiel bringen, die immer stark darauf geachtet hat, dass jedes einzelne Buch auch für sich allein stehen kann, funktioniert und verständlich ist, obwohl man den Vorgänger nicht gelesen hat. Mir ist natürlich klar, weshalb ihr das wichtig war und bin auch der Meinung, dass es nur fair ist – wie frustrieren muss es sein, wenn man ein Buch kauft, mit nach Hause nimmt, anfängt zu lesen und feststellt, dass man erst ein anderes Buch braucht, als Schlüssel für das, das man in seiner Hand hält? Auf der anderen Seite hasse ich es, mich zu wiederholen. Und es hat mir keinen Spaß gemacht, alle Figuren noch einmal vorstellen zu müssen und Witze und Anspielungen herauszustreichen, die der Leser nur verstehen kann, wenn er von Anfang an mit dabei war. Da bin ich ganz ehrlich.
Jetzt allerdings, kann man einsteigen, wo man will und wird mitgenommen. Allerdings: wenn man plant, alle drei Bücher zu lesen, sollte man sich besser doch an die Reihenfolge halten. Dann macht es einfach am meisten Spaß.

Welches Genre reizt Sie überhaupt nicht zu lesen oder zu schreiben, Frau Fischer? Und warum?

Das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber ich habe keinen Spaß an Frauenromanen. Das möchte ich aber nicht näher ausführen, da verstricke ich mich nur. Desweiteren hab ich kein großes Interesse an Science-Fiction, historischen Romanen und Biographien und thematisch an Büchern, die schwer und deprimierend sind – ich lese nicht, damit ich mich danach mies fühle. Ach, und eine weitere Abneigung: Bücher, die im Präsens geschrieben sind. Das ist eine mysteriöse Allergie, von der ich nicht weiß, woher sie kommt. Wenn ich ein Buch aufschlage und da steht ‚Sie geht aus dem Haus und sieht ihren Vater auf der Straße stehen‘ (oder so etwas in der Art) dann muss ich sofort aufhören, zu lesen. Damit ich nicht rüberkomme, wie eine alte Nörglerin: Am liebsten lese ich Bücher, die irgendetwas Zauberhaftes haben, die für sich stehen und Genres schwer zuzuordnen sind. Die mich überraschen, weil sie sich eben nicht an Genregrenzen halten und mit den typischen Tricks und Kniffen arbeiten.

Was das Schreiben betrifft: der historische Roman wäre nichts für mich. Zu viel Recherche, zu viele Leute, die sich beschweren, wenn man etwas falsch macht. Es gibt sehr viele Besserwisser da draußen. Um die Frage mal ins Positive zu drehen: irgendwann würde ich gern ein Buch schreiben, das nicht als Frauenroman verstanden wird. Eine Fantasie-Geschichte vielleicht. Oder einen Krimi, das könnte ich mir auch gut vorstellen. Die lese ich selbst gern. Wenn sie gut gemacht sind.

Können Sie sich vorstellen nur ein Buch zu schreiben, dass im Internet veröffentlicht wird?

Interessante Frage. Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Wahrscheinlich rührt sie von den Geschichten her, die ich in meinem Blog veröffentliche?
Was diese betrifft, so war mir von Anfang an klar, dass ich den Blog auf jeden Fall als Plattform für die Veröffentlichung von Kurzgeschichten nutzen wollte. Ich liebe diese Form des Schreibens, sie ist kompakt und klar und eine wunderbare Abwechslung zu den Romanen. Dort muss ich mich nicht nur über Monate mit immer derselben Geschichte beschäftigen, mir sind natürlich auch Grenzen gesetzt, es werden bestimmte Dinge von mir erwartet, wenn ich für meinen Verlag ein Buch schreibe. Mit den Kurzgeschichten ist das anders, es ist freier.
Aber ein ganzes Buch im Internet? Ehrlich gesagt, finde ich es schwer, auf diese Frage zu antworten. Man soll ja niemals nie sagen. Also biete ich ein ‚möglicherweise‘ an. Allerdings ist das eine Zeitfrage. Eine Inspirationsfrage. Und außerdem reagiert das Internet ja nicht nur schnell sondern auch unberechenbar. Der Gedanke daran macht mich nervös. Wir werden sehen…

Mich würde interessieren, was bei ihren Romanen als erstes entsteht: Die Charaktere oder die Handlung?

Wie ja quasi schon erwähnt: teils, teils. ‚Liebe geht anders‘ ist als Beispiel leider unbrauchbar. Die Entstehungsgeschichte ist ein einziges Durcheinander. Ich hatte diesen Buchvertrag unterschrieben, bis zu diesem Zeitpunkt aber nur Kurzgeschichten geschrieben und war von der Aufgabe, einen Roman zu schreiben, ein wenig überwältigt. Was tut man also, wenn man keine besonderen Stärken im Bereich des Plot-Erfindens hat? Man bedient sich an der Realität. Und so versammelten sich in ‚Liebe geht anders‘ reale Personen mit fiktiven Figuren um eine Geschichte zu erzählen, die auch größtenteils real, im Detail dann aber wieder hauptsächlich erfunden war.
Etwas aufgeräumter verlief dann die Arbeit an ‚Jetzt ist bald und nichts ist los‘. Ich hatte die Handlung quasi parat und habe im letzten Moment das alte Team eingewechselt. Und das dritte Buch ist dann eine ganz klare Sache: da waren die Figuren, die ein drittes Abenteuer erleben sollte, und das habe ich Ihnen dann auf den Leib geschneidert.
Wie es weitergeht ist die interessantere Frage. Ich warte zurzeit (hobbymäßig, denn ich bin ja noch schwer mit Teil drei der Daphne-Reihe beschäftigt) auf eine Eingebung. Eine gute Geschichte oder eine gute Figur. Was zuerst da ist, gewinnt. Ich würde aber eine mitreißende Handlung bevorzugen, wenn ich wählen dürfte.

Bei wie vielen Verlagen haben Sie sich beworben, bevor Sie eine positive Rückmeldung erhielten?

Bei keinem. Damit ziehe ich jetzt sicherlich keine Sympathien auf mich, aber ich will nicht lügen. Ich hatte sehr viel Glück, dessen bin ich mir auch bewusst und sehr dankbar dafür. Tatsache ist, dass ich mein Leben lang viel geschrieben habe (seitdem ich des Lesens und Schreibens mächtig war) und das eines Tages meinem Buchagenten erzählte, mit dem ich aus ganz anderen Gründen zu tun hatte. Er fragte mich, was ich in meiner Freizeit so tat, was meine Hobbys wären. Ich sagte: „Ich schreibe“. Er wollte etwas lesen, ich schickte ihm eine Geschichte, er versprach großspurig, mir einen Vertrag zu beschaffen, ich wünschte ihm viel Glück und war mir sicher, dass nie etwas dabei herauskommen würde und vergaß das Ganze. Ich hatte mir zwar schon oft gewünscht, Bücher zu veröffentlichen, aber mir war auch klar, wie schwer es ist, einen Verlag von sich zu überzeugen. ‚Das klappt eh nicht“, hatte ich immer gedacht, und deswegen nie etwas unternommen.
Es dauerte Monate (nicht, dass mir das bewusst gewesen wäre), dann rief  mein Agent mich an: „Käte? Ich hab dir einen Vertrag besorgt.“ Genauso war es.

Können Sie sich in irgendeiner Form mit Daphne identifizieren? Wie haben Sie sie erfunden? Wurden Sie durch einen Menschen im Umfeld oder sogar durch sich selbst inspiriert?

Die Geschichte, die ich damals meinem Agenten gab und die mir letztendlich den Vertrag bescherte, war eine Version vom ‚höflichen Türken‘ dem Prolog von ‚Liebe geht anders‘. Eine Kurzgeschichte, erzählt aus der Ich-Perspektive einer jungen Frau, Single, die immer beim gleichen Gemüsehändler sehr wenig einkauft. Diese Frau war ich. Die Geschichte entstand, als ich eines Tages wieder einmal mit einem extrem kleinen Einkauf aus dem Laden kam und mich ein bisschen schämte und mich fragte, was wäre, wenn der Türke hinter dem Tresen mich einmal darauf ansprechen würde. Der Rest ist Fiktion, kam aber beim Verlag gut an.
Sie wollten, dass ich einen Roman in dieser Art verfasse. Damit war die Hauptperson klar. Eine junge Frau, Single, erzählt aus der Ich-Perspektive. Und dieses Ich heißt im Buch Daphne. Im echten Leben bin ich das Ich. Daphne hat nicht so viele Fans, das habe ich schon mitbekommen, die meisten Leser sind begeistert von Betty oder dem höflichen Türken. Aber die, die Daphne mögen, sind die, die zu mir kommen und sagen: ‚Es klingt total verrückt, aber ich glaube, ich bin Daphne.“
Die Sache mit Daphne ist die: Weil sie im Grunde (mit kleinen Ausnahmen) ich ist, weil ich, wenn ich über sie schreibe eigentlich über mich schreibe, bin ich so nah dran, dass ich alles sehen kann. Und ich muss über alles, was ich sehe, auch schreiben, jeden Pickel, jeden falschen Gedanken, jede Überreaktion, weil sich Daphne sonst unvollständig anfühlt. Das wissen manche dann als Authentizität zu schätzen und erkennen sich wieder. Andere finden es anstrengend und nenne Daphne eine dumme Trulla. Womit wir wieder beim Geschmack wären. Der ist wie die Liebe, auch immer anders.

Sie sind im „normalen“ Leben Fotoredakteurin – ist es Ihr Ziel, irgendwann nur noch mit dem Schreiben Geld zu verdienen? Oder laufen Ihnen die Themen der Bücher sozusagen über den Weg, wollen auf Papier gebannt werden, und dann geht Ihr übliches Leben weiter?

Ich mag meinen Job als Fotoredakteurin. Es ist schön, die Kollegen um sich zu haben, nachdem man drei Tage am Stück allein vor seinem Computer mit dem Schreiben verbracht und keine Menschenseele zu Gesicht bekommen hat. Was die Einsamkeit betrifft, ist Schreiben also nichts für mich als alleinige Beschäftigung. Auf der anderen Seite wäre es natürlich ein Traum, einfach nur noch schreiben zu können und sonst keinen anderen Job mehr ausüben zu MÜSSEN. Es kommt nämlich oft vor, dass ich eine tolle Idee für das Buch habe, sie aber nicht umsetzen kann, weil ich gerade meine Schuhe anziehe und schnell losrennen muss, damit ich nicht noch später im Büro erscheine als ohnehin schon. Es wäre wunderbar, in solchen Momenten einfach sagen zu können: Dann bleib ich eben heute zu Hause und schreibe. Und diese vollkommene Freiheit, seine Zeit so einzuteilen, wie man will, ist natürlich ein echter Luxus.
Auf der anderen Seite bin ich jemand, der Input braucht, um Geschichten zu erfinden. Deswegen würde es gar nichts bringen, wenn ich mich in meiner Wohnung einkringeln und nur noch schreiben würde. Dann hätte ich sehr schnell keine Ideen mehr.
Ich würde einfach gern ein bisschen mehr mit den Büchern verdienen, damit ich mehr Zeit mit dem Schreiben verbringen und in meinem anderen Job den Fuß etwas vom Gas nehmen kann. Das wäre perfekt. Aber selbst, wenn es nicht so kommt – ich werde immer weiterschreiben. Ich muss einfach.

Was habe ich mir unter diesem Beruf vorzustellen? Sind Sie Fotografin? Arbeiten Sie für eine Zeitung, eine bestimmte Redaktion?

Im Sommer 2011 habe ich mich als Fotoredakteurin selbstständig gemacht, damit ich mir einfacher Jobpausen nehmen kann, wenn das Buch mal wieder in einer heißen Phase ist. Das war ein netter Gedanke, funktioniert aber nicht wirklich so, wie ich mir das gewünscht habe. Wer frei arbeitet, wird das kennen: es ist eben doch immer der Druck da, zu arbeiten, wenn die Arbeit da ist – man weiß ja nicht, was der nächste Monat bringt.
Ich wollte früher Fotografin werden, habe auch eine Weile als Fotoassistentin gearbeitet, aber schnell festgestellt, dass ich dafür nicht begabt genug bin. Weil ich aber gern weiter mit Bildern arbeiten wollte, bin ich Fotoredakteurin geworden. Zusammengefasst bedeutet das, dass ich in einer Redaktion arbeite und Bilder für Geschichten in Archiven, bei Agenturen und Fotografen suche und, wenn sie ausgewählt werden, ankaufe. Das liegt mir mehr als das Aufbauen von Licht und Anleiten von Models. Ich sehe mir jeden Tag mehrere Zehntausend Fotos an und entscheide, welche die besten sind. Es ist ein schöner Job.

Nachdem ich Ihren Blog ein bisschen durchstöbert habe, würden mir jetzt spontan ganz viele Fragen einfallen. Mir hätten Songtitel als Kapitelüberschriften übrigens sehr gut gefallen. Da ich selber auch sehr musikbegeistert bin, geht meine Frage auch in diese Richtung: Welche Songs wären auf jeden Fall auf dem Soundtrack des Lebens der Katarina Fischer zu finden?

Zunächst einmal: Es freut mich sehr, dass die Idee mit den Songtiteln auf Gegenliebe stößt. Für den dritten Teil habe ich mir sogar ein schlüssiges Konzept überlegt, es sieht also gut aus.
Was den Soundtrack meines Lebens betrifft… puh! Das ist eine schwierige Frage. Aber auch eine, die so viel Spaß macht, dass ich mich am liebsten den ganzen Sonntagnachmittag lang damit beschäftigen würde (aber der Verlag wartet auf die ersten Seiten des dritten Romans also wird das nichts).
Ich probiere es einfach mal, werde aber sicherlich, wenn ich diesen Text später noch einmal lese, merken, dass ich ganz wichtige Lieder vergessen habe. Also bitte, eine unvollständige Liste:

1987 ‚It’s My Life‘ Talk Talk und ‚Voyage Voyage‘ Desireless – frühkindliche Erinnerung.

1991 ‚Weather With You‘ Crowded House, ‚Friday I’m In Love‘ The Cure – Grundschule

1992 ‚Mr Vain‘ von Culture Beat,  No Limit‘ 2Unlimited, ‚All That She Wants‘ Ace of  Base – Klassenreise und Schuldisco in der 5. Und 6., danach war es nie wieder so aufregend.

1994     ‚Schrei Nach Liebe‘ Die Ärzte, ‚Burn Out‘ Green Day –  Meine ersten Live-Konzerte, aber die grünen Haare hat Mama mir trotzdem nicht erlaubt. Dafür hatte ich Doc Martens in Petrol-Blau.

1996 ‚Parklife‘ Blur, ‚Oh Yeah‘ Ash – Englandaustausch, das erklärt einiges.

1998 ‚Every Me And Every You‘ Placebo,  ‚Climbing Up Walls‘ Radiohead, ‚Dishes‘ Pulp, ‚Sie Wollen Uns Erzählen‘ Tocotronic – 17 und nicht gut drauf.

2001     „This Charming Man“ The Smiths, There’s A Light That Never Goes Out‘ The Smiths, ‚Half A Person‘ The Smiths, ‚A Rush And A Push‘ The Smiths… In die erste eigene Wohnung mit Morrissey.

2002 ‚Deceptacon‘ Le Tigre, ‚No Tears‘ Tuxedomoon – Zweimal die Woche: Molotow

2003     ‚Such Great Heights‘ Postal Service, ‚Die Schönheit Der Chance‘ Tomte, ‚Let Us Know‘ Koufax, ‚Banquet‘ Bloc Party – Indiemädchentage in Hamburg

2004/06  ‚I Ain’t Saying My Goodbyes‘ Tom Vek, ‚‘Damaged Goods‘ Gang Of Four, Giddy Stratosphere‘ The Long Blondes, The Coast Is Always Changing‘ Maximo Park, ‚Psychokiller‘ Talking Heads – The London-Times

2007/08  ‚Gravity’s Ranbow (Soulwax Remix)‘ Klaxons, ‚This Boy’s In Love (Lifelike Remix)‘ Presets, ‚La Musique‘ Riot In Belgium, ‚Kinda New‘ Spektrum – Zurück in Hamburg, die Nu-Rave Phase

Die letzten drei Jahre arbeite ich ein anderes Mal auf. Vielen Dank für die Anregung. Die kleine Reise durch die Vergangenheit hat sehr viel Spaß gemacht und war bitter nötig: so kurz vor der großen 30.

Wie war es bei der 1LIVE KLUBBING Lesung? War das ein besonderes Erlebnis?

Natürlich war die Lesung ein besonderes Erlebnis. Allein der Umstand, dass ich noch nicht so oft vor Publikum gelesen habe, hat das alles sehr aufregend gemacht. Und dann auch noch live im Radio… das macht man schließlich nicht jeden Tag. Ich würde mich sehr freuen, öfter die Chance zu bekommen, Leser zu treffen und mich auszutauschen. Aber leider kommt es nicht dazu. Ich bin eben einfach nicht berühmt (oder kontrovers) genug.

Warum glauben Sie von sich selbst eine Entscheidungsschwäche zu haben und wie macht sich das bemerkbar? Man muss schließlich kein Lieblingsessen, keine Lieblingsfarbe, etc. haben, oder?

Unter anderem macht sich meine Entscheidungsschwäche deutlich dann bemerkbar, wenn ich im Restaurant ein Gericht aus der Karte wählen soll. Es gab schon Tage, an denen ich irgendwann in Tränen ausgebrochen bin, einfach nur, weil ich unfähig war, ein Essen auszuwählen. Meine Familie und enge Freunde wissen das inzwischen und bestellen einfach eine Vorspeise während ich noch über das Hauptgericht nachdenke.
Das Problem ist: Alles hat seine Vor- und Nachteile, nichts ist perfekt. Und bei der Suche nach dem besten Kompromiss, egal, ob es dabei ums Essen, um die Wandfarbe oder meine Lebensgestaltung geht, verliere ich meistens einfach den Überblick und vergesse, was jetzt noch gleich wichtiger war als das andere. Irgendwann schwirrt mir der Kopf und ich lasse einfach alles so, wie es ist. Es ist wirklich zum Heulen.

Was wollten Sie Ihren Lesern schon immer einmal gesagt haben und konnten das nie tun? Hier bietet sich nun diese einmalige Möglichkeit.

Das beste Mittel gegen Kater ist Gemüsesaft. Ein Glas nach dem Trinken vor dem Schlafengehen und eins nach dem Aufwachen – keine Spur von Übelkeit.
Diesen Gratistipp möchte ich gern allen mit auf den Weg geben. Denen, die meine Bücher gelesen, sie gemocht und/oder sich darin wiedererkannt haben. Aber auch denen, die meine Bücher nur zur Hälfte gelesen und sie dann angewidert weggelegt haben, weil sie finden, dass es schockierend ist, wie deutlich ich über Alkohol- und Drogenkonsum schreibe.
Ich habe nicht übertrieben, meine Lebenswirklichkeit ist so. Und ich bin damit nicht allein. Es gibt sicher Menschen, denen das Sorgen macht, aber deswegen ein ansonsten amüsantes, kurzweiliges Buch weglegen, für das man gutes Geld bezahlt hat? Mal im Ernst: wer verdirbt sich denn selbst derartig den Spaß?

Deswegen, meine Lieben, macht euch ein schönes Leben, genießt es so sehr ihr könnt. Lest meine Bücher! Und den Blog! Und wenn ihr es mal ein bisschen übertrieben habt: Gemüsesaft. Ich hab immer eine Flasche im Schrank.
Ich wünsche euch alles Gute und bedanke mich herzlich für die tollen Fragen. Allerliebste Grüße und hoffentlich bis bald,
Eure Katarina

Liebe Katarina, ich danke Ihnen herzlichst – auch im Namen der Leser – für die Teilnahme an meiner Aktion und für das ausführliche Interview. Ich wünsche Ihnen alles Gute für weitere Projekte!

Die Bücher aus der Verlosung gehen an

Sandy M.
Lesemaus
Madeleine R.

Herzlichen Glückwunsch!

Die Interviewfragen stammen u. a. aus Einsendungen, im Rahmen der Aktion „Leser fragen – Autoren antworten“
Autorenfoto ©Benni Bock

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. LeseMaus sagt:

    Das ist ja ein schönes Interview geworden. Ich bin jetzt noch gespannter auf die Bücher von Katharina Fischer. Und gewonnen habe ich auch!!! Riesig!

    Ich schicke dir direkt mal meine Adresse per Mail, okay?

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