Interview mit Mina Wolf

Ich bin generell gegen Lügen und bin selbst sowieso ein sehr ehrlicher Mensch, der seinem Gegenüber auch gerne unverblümt seine Meinung sagt.

Liebe Mina, beschreiben Sie sich mit wenigen Worten. Wie sehen Sie sich selbst? 

Ich sehe mich als warmherzig, emotional, ungeduldig, ehrgeizig.

Sie waren Redakteurin bei einem Frauenmagazin. In welchem Umfang lassen Sie Ihre Erfahrungen aus dieser Zeit einfließen, wenn sich Ihre Hauptfigur Vicky in der Redaktion des Modemagazins austoben darf?

Also natürlich habe ich einige meiner Erfahrungen in die Geschichte mit einfließen lassen. Zum Beispiel bei der Gestaltung der Räumlichkeiten der Redaktion habe ich mich an meinen eigenen Erfahrungen bedient, aber auch der Umgang der Mitarbeiterinnen dort untereinander ist leider auch in der Realität oftmals der Fall. Trotzdem ist alles was im Roman passiert rein fiktiv und spiegelt keine direkten eigenen Erlebnisse wider.

Auf der Verlagsseite stellt der Piper-Verlag einen Bezug zu „Der Teufel trägt Prada“ her. Wie wir alle wissen, ist das Buch von Lauren Weisberger verfilmt worden. Für den Fall, dass auch „Kann denn Lüge Sünde sein“ verfilmt werden würde, wen würden Sie sich dann als Schauspielerin in der Hauptrolle wünschen?

Ach das wäre schön! 🙂 Hm, also ehrlich gesagt fällt mir hierzu keine passende deutsche Schauspielerin ein, aber das wäre doch eine tolle Möglichkeit, mal wieder auf eine junge Künstlerin mit Talent aufmerksam zu werden! Anne Hathaway war ja vor ‚Der Teufel trägt Prada‘ auch noch nicht sooo bekannt (‚Plötzlich Prinzessin‘ hat ja auch erst nachher so richtig gut funktioniert).

Was oder wer inspiriert sie solche Bücher zu schreiben und woher nehmen sie die Ideen zu Ihren Büchern?

Meist aus dem Alltag, aus ganz simplen Gegebenheiten. Die Idee zu meinem neuen Roman ‚Wo ich bin ist vorne‘ entstand zum Beispiel, als ich mit meiner Schwester am Rathaus vorbei ging und wir dort gerade Zeuge einer standesamtlichen Hochzeit werden durften. Meine Schwester, eng befreundet  mit einem Scheidungsanwalt, meinte daraufhin nur trocken: „Normalerweise müsste XY jetzt hier seine Visitenkarten verteilen.“ Und schon hatte ich die Kennlernszene meiner Protagonisten des neuen Romans vor Augen. Aber es kommt auch vor dass ich mir Ideen aus interessanten Zeitungsartikeln hole.

Wie sind Sie zur Schreiberei gekommen, bzw. wie kamen Sie dazu Bücher zu schreiben?

Eigentlich habe ich schon immer geschrieben. Das fing in der Grundschule mit ein paar kurzen Seiten an und wurde in der Jugend immer mehr. Mit 16 habe ich dann meinen ersten richtigen Roman geschrieben. Und als mich mit 21 mein damaliger Freund dazu aufforderte, doch mal was an Verlage zu schicken, bin ich zum Piper Verlag gekommen, der meinem Schreiben dann endlich auch einen Sinn gegeben hat.

Wie ist eigentlich das Gefühl, wenn ein Verlag ein Buch ablehnt?

Im ersten Moment frustrierend. Dann fühlt man sich missverstanden oder nicht ernst genommen, immerhin fand man die eigene Idee anfangs ganz toll, sonst hätte man sich kaum die Mühe gemacht, ein Exposé zu schreiben und es einzureichen. Aber wenn dann der erste Enttäuschung vorüber ist und man den Text nochmal mit ein wenig Abstand betrachtet, findet man dann doch noch die ein oder andere Schwachstelle, die die Ablehnung rechtfertigt.

Ich würde gerne wissen, was für ein Gefühl es ist sein erstes, selbstgeschriebenes Buch in den Händen zu halten?

Das Gefühl ist toll! Ich bin bei meinem ersten Buch gleich in die Läden gerannt und hab mit meinem Handy ganz stolz Fotos von meinem Roman im Regal gemacht, der gleich neben Größen wie Cecelia Ahern oder Kerstin Gier gelegen hat. Jedes neu erscheinende Buch verursacht Glücksgefühle, denn eigentlich ist jedes wie ein eigenes Baby – immerhin ist man ja auch lange Zeit vorher damit schwanger gegangen.

Außerdem interessiert mich, ob Sie selber gerne lesen und wenn ja, welches Genre? Haben Sie ein Lieblingsbuch?

Ja, ich lese unheimlich gerne. Früher habe ich zu jeder sich bietenden Möglichkeit gelesen, inzwischen fehlt mir aber leider die Zeit und das Lesen ist für mich Luxus geworden. Ein festes Genre habe ich eigentlich nicht, aber mein derzeitiges Lieblingsbuch ist ‚Die Schwanendiebe‘ von Elizabeth Kostova. Aber auch ‚Das Liebesleben der Farne‘ von Beate Rygiert ist toll!

Was bringt Sie zum Lachen, Frau Wolf?

Gott sei Dank bin ich ein Mensch, der auch über sich selber lachen kann. Außerdem habe ich einen trockenen und oftmals auch schwarzen Humor. Worüber ich meist überhaupt nicht lachen kann sind Comedians oder Sketche, anscheinend fehlt mir da irgendein Gen. Aber am liebsten und häufigsten lache ich über meine kleine Tochter.

Schreiben Sie auch im Urlaub oder können Sie dann total abschalten?

Ich kann total abschalten, fasse dann eine Zeit lang weder Stift noch Tastatur an. Allerdings mache ich mir im Geiste Notizen wenn ich etwas interessant oder für eine Geschichte verwendbar finde und hebe sie mir bis zu meiner arbeitsreichen Zeit auf.

Kann denn Lüge Sünde sein? Wie stehen Sie selbst dazu die eine oder andere Lüge anzuwenden?

Ich bin generell gegen Lügen und bin selbst sowieso ein sehr ehrlicher Mensch, der seinem Gegenüber auch gerne unverblümt seine Meinung sagt. Das ist aber auch nicht unbedingt immer eine Tugend; ich glaube, manchmal ist das sogar eine Schwäche von mir. Aber ich halte nichts davon, jemanden anzulügen, nur weil die Lüge vielleicht angenehmer klingen würde als die Wahrheit.

Arbeiten Sie bereits an neuen Buchprojekten?

Ich habe bereits eine neue Idee und habe auch schon mit dem Schreiben begonnen, allerdings ist da noch gar nichts spruchreif. Vielleicht bleibt es ja sogar in meiner Schreibtischschublade, wer weiß.

Welche Frage hätten Sie in diesem Interview gerne beantwortet, wurde Ihnen aber nicht gestellt?

Liebe Frau Wolf, wann kommen Sie endlich auf Lesereise durch Deutschland?

Und wie würde die Antwort lauten?

Ich warte nur auf die Einladungen, dann komme ich gerne.

Die Bücher aus der Verlosung gehen an

Christa J.
Franziska H.
Rebecca R.

Herzlichen Glückwunsch!

Die Interviewfragen stammen u. a. aus Einsendungen, im Rahmen der Aktion „Leser fragen – Autoren antworten”
Autorenfoto © Privat

Kommentar verfassen