Britta Sabbag – Pinguinwetter

 

Charlotte wird auf dem Höhepunkt ihrer Karriere gefeuert. Außerdem erhält sie von ihrer Mutter äußerst fragwürdige SMS aus der U-Haft in Grönland. Dann entscheidet sich ihr Immer-mal-wieder-Mann Marc auch noch, endlich in den Hafen der Ehe einzuschiffen – allerdings nicht mit ihr. Und nun? Rein in die rosa Babyelefantenhose und rauf aufs Sofa! Um Charlotte auf andere Gedanken zu bringen, drückt Freundin Trine ihr Sohnemann Finn aufs Auge. Als es bei einem Zoobesuch zu einem Beinahe-Unfall kommt, steht Charlotte der alleinerziehende Eric als Retter in der Not zur Seite. Weil der jedoch glaubt, Charlotte sei Finns Mutter, geht der Schlamassel erst richtig los …
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)

Pink, Pinker – „Pinguinwetter“. So heißt der Debütroman der Wahlbonnerin Britta Sabbag, die ihrer chaotischen Hauptfigur wohl heimlich ihre Biografie untergejubelt hat. Die sympathische Autorin selbst sagt über sich „sie sei die beste Romanvorlage, weil niemand erfinden kann, was ihr täglich passiert“.

Wohl nur so ist zu erklären, dass Charlotte Sander von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt, oder sollte man eher sagen taucht?
Denn das, was Charlotte daraus macht, grenzt bereits an Selbstaufgabe. Fettige Haare, Fressorgien und komplette Hilflosigkeit der Anfangdreißigerin machen sie auf Dauer leider weniger sympathisch als zu Anfang. Lediglich zum Ende hin bekommt Charlotte ihren (mittlerweile dickeren) Hintern endlich hoch und kann so bei mir punkten.  

Bis dahin überzeugt der humorvolle Schreibstil der Autorin auf ganzer Linie und entschädigt somit für die Story, die mich leider nicht ganz überzeugen konnte. Ich hätte mir Charlotte etwas mutiger, nicht ganz so wehleidig und etwas mehr tatendurstiger gewünscht. Statt ihrer überrascht ihre Zoobekanntschaft mit einem unerwarteten Geständnis mit dem ich niemals gerechnet hätte. 

Rundum perfekt ist „Pinguinwetter“ nicht. Dennoch überzeugt der Blick der Autorin für Situationskomik und ihr humorvoller Schreibstil auf ganzer Linie. Und wem das noch nicht reicht, der wird schlussendlich mit dem im Buch integrierten Daumenkino richtig viel Spaß haben!

Britta Sabbag sollte man sich auf jeden Fall merken!
© Ricarda Ohligschläger

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Pingback: Wohnzimmerlesung mit Britta Sabbag am 21.07.2012 « www.herzgedanke.de – Das Literaturnotiz – Blog
  2. lomoherz sagt:

    Ich stolpere gerade über diesen Eintrag, weil das Buch bei einer Lesung mit (!) Modenschau vorgestellt wurde. Die Situtionskomik war wirklich herrlich, aber ich kann mir vorstellen, dass dies mitunter auch schnell in Wehleidigkeit ausarten kann…

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