Martin Krist – Die Mädchenwiese

Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die toten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu. Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.
(Kurzbeschreibung laut www.ullsteinbuchverlage.de)

Den Namen Martin Krist sollte man sich unbedingt merken, denn was der Autor mit „Die Mädchenwiese“ geschaffen hat, macht ihm so schnell keiner nach.
Ich habe das Buch binnen weniger Stunden inhaliert, mich dabei geekelt und doch Seite um Seite fasziniert weitergelesen.

Krist gönnt seinem Publikum keine Atempause und wirbelt Szenen und Handlungsstränge (auch aus der Vergangenheit) wild durcheinander, um die Spannung so noch mehr aufzubauen. Krist nutzt diese Sprünge extrem und führt damit zusätzliche Charaktere in die Handlung.
Wenn ich sagen würde, dass mich das Buch wegen seiner bedrückenden Stimmung gefesselt hat, würde ich glatt lügen, denn ich habe mich freiwillig zum Sklaven machen lassen von dem spannenden und atemberaubenden Schreibstils des Autors!
Für schwache Nerven oder gar für „zwischendurch“ ist der Thriller definitiv nichts! Ich würde jedoch viel Licht beim Lesen empfehlen, da die Handlung alleine bereits mehr als düster ist.

Bei mir hat er jedenfalls so gut eingeschlagen, dass ich selbst dem Aufkleber „Garantiert auch bei 36 Grad Gänsehaut“ nicht entkommen konnte: Noch in der Nacht in der ich das Buch auslas, ereilte mich der erste Schüttelfrost, der eine heftige Sommergrippe ankündigte. Diesen „Marketingbonus“ hat der Autor sicher nicht beabsichtigt!
© Ricarda Ohligschläger

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