Interview mit Anja Goerz

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Liebe Anja Goerz, welcher Figur aus Ihren Romanen möchten Sie einmal begegnen und welcher lieber nicht? 

Ich würde gerne Oke treffen, den Koch aus „Mein Leben in 80 B“ und mich herrlich von ihm bekochen lassen. Auf eine Begegnung mit der etwas gewöhnungsbedürftigen Kneipenwirtin in „Herz auf Sendung“ könnte ich allerdings gut verzichten. 

Wie ist die Idee des Buches überhaupt entstanden? 

Ich wollte gern eine Geschichte über die Fragen schreiben, die Frauen mit Mitte 40 beschäftigen, wenn sie lange in einer Beziehung leben und sie vom Alltag nahezu verschluckt werden. Der Koch kam dazu, weil ich wirklich sehr gerne esse. 

Der Titel des Buches könnte eindeutig zweideutig gesehen werden. Gibt es da nicht Vorurteile oder wird man aufgrund des Titels nicht belächelt? 

Der Titel ist durchaus zweitdeutig gemeint. Denn die BH-Größe 80B ist, oder war, die meistverkaufte Größe in Deutschland. Absoluter Durchschnitt eben. Und das ist deshalb auch ein gutes Bild für das Leben der Protagonistin. Und Lächeln ist gut, lachen sogar gewünscht.

In „Mein Leben in 80B“ hat der Koch Oke große Ähnlichkeit mit David Garrett. Haben Sie eine kleine Schwäche für ihn? Welcher Typ Mann kann Sie begeistern?

Ich lasse mich beim Schreiben sehr gern von meinem Umfeld inspirieren. Da kann schon mal ein Elektriker zu einer Figur werden, oder jemand, der als Gast in meiner Radiosendung ist. David Garrett war zu der Zeit, als „Mein Leben in 80 B“ entstand, immer irgendwo im Fernsehen, das passte. Ist ja kein hässlicher Vogel, der Mann, auch wenn er persönlich eher nicht mein Typ wäre. 

Welches Buch würden sie gerne verfilmt sehen?

Beide natürlich.

Wo würden Sie selbst Ihre Bücher einordnen? Chick Lit, freche Frauenliteratur?

Ich bin kein großer Freund dieser Schubladen und tue mich schwer mit der Trennung in Frauen- und Männerliteratur. Zumal ich einige Männer kenne, die meine Bücher gern gelesen haben. Das schönste Kompliment zu „Mein Leben in 80 B“ kam von Sandra, die mir sagte: Ich habe sehr gelacht, aber auch sehr geweint. Das würde ich mir wünschen, das meine Bücher ALLES sind für den jeweiligen Leser. 

Wie viel Anja steckt in Ilse? 

Der Klassiker, diese Frage. In Ilse steckt genau so viel und so wenig Anja wie in Ina aus dem ersten Roman.

Wie viele Dessouspartys haben Sie bereits besucht? 

Ganz genau eine. Vor Jahren habe ich für eine Radiosendung verschiedene Partys besucht: Tupper, Putzmittel und eben auch Dessous. 

Was ist ihr liebstes Fotomotiv?

 Mein Sohn. 

Dachten Sie schon einmal daran einen Bildband zu veröffentlichen? 

Nein. Ich arbeite ja schon lange nicht mehr als Fotografin. Das ist seit Jahren lediglich Hobby. Das können andere sehr viel besser als ich. 

Welche drei Dinge würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen? 

Meinen Sohn, meinen Mann und ein funktionierendes Laptop mit Internetanschluss. 

Ist es Ihnen nicht schwergefallen aus Nordfriesland in die Stadt zu ziehen?

Diese Frage hat sich nie gestellt. Ich wollte Radio machen und das ging in Schleswig-Holstein bzw. Nordfriesland nicht. Wenn Sie alle meine Bücher kaufen und auch für alle Freunde eines und dann noch eins zu Weihnachten verschenken, dann kann ich vielleicht eines Tages vom Schreiben leben – und dann kehre ich vielleicht zurück. 

Welche Fragen können Sie nicht mehr “lesen” und welche Frage würden Sie gerne einmal beantworten, Frau Goerz? 

Ich lese alle Fragen gern und finde es spannend, was die Leserinnen so wissen möchten. Wie könnte mich da irgendeine Form von Interesse langweilen oder gar nerven? Ich bin sehr begeistert, dass hier so großartige und ganz neue Fragen dabei sind. Zum Beispiel die nach den Hauptfiguren, die ich mal treffen möchte. Das wollte ich schon immer mal gefragt werden.

Liebe Anja Goerz, vielen lieben Dank für dieses Interview und ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Die Bücher aus der Verlosung gehen an

Heike P.
Tanja H.
Melanie T.

Herzlichen Glückwunsch!

Die Interviewfragen stammen aus Einsendungen, im Rahmen der Aktion „Leser fragen – Autoren antworten”

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