Ivonne Keller – Hirngespenster

Drei Frauen. Silvie, ihre Schwester Anna und Sabina. Ein Unfall, der ihr Leben verändert.

Während Silvie vor der Entscheidung für ihren Liebhaber Jens und gegen ihren Mann Johannes steht, kämpft ihre Schwester Anna um ihren
Verstand. Nur mit Pillen schafft sie es, den Alltag mit ihren drei Kindern einigermaßen zu überstehen. Silvie ist hin- und hergerissen: Soll sie Anna beistehen oder sich um ihr eigenes Glück kümmern? Das Schicksal kommt ihr zuvor und reißt sie mitten aus dem Leben. Als sie zu sich kommt, ist nichts mehr, wie es war. Warum kümmert sich Sabina, die Jugendliebe ihres Mannes Johannes, so liebevoll um sie? Warum kommen ihre Schwester Anna oder ihre Eltern niemals zu Besuch? Ist Anna etwa tot? Oder im Gefängnis? Und was ist aus Jens geworden?
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)

Dieses Buch hat alles was eine spannende und emotionsgeladene Geschichte ausmacht und ich frage mich wann mich eine Story das letzte Mal so gefesselt hat – abgesehen von Thrillern, die ich in der letzten Zeit las.
„Hirngespenster“ ist jedenfalls kein Thriller, sondern eine an Dramatik kaum zu übertreffende Geschichte dreier Frauen, die auf ganz besondere Weise verbunden sind.
Silvie und Anna sind Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Doch in beiden Ehen bröckelt es hinter der Fassade. Während Annas Welt nach und nach durch ihre Tablettensucht hinter einem Schleier verschwindet, sucht Silvie Zuflucht in den Armen eines anderen Mannes.

Die Geschichte der Schwestern plus die einer dritten Person, die eine wichtige Rolle spielt, wird abwechselnd erzählt und zwar auf so spannende Weise, dass ich nur noch durch die Seiten geflogen bin. Der Spannungsbogen war jederzeit(!) bis zum Zerreißen gespannt und hielt mich auf vielfältige Art in seinem Bann. Was wird aus Silvies Ehe? Und kann Anna ihre Sucht bekämpfen? Was verbergen die anderen Figuren für Geheimnisse? All diese Fragen tauchten beim Lesen immer wieder auf, wie ein Popup – Fenster, das sich nicht schließen lassen wollte.

Und ganz besonders beschäftigte mich die Frage wer wohl hinter dem in kursiver Schrift verfassten Text – der Gegenwart – steckt. Ihr werdet mich besser verstehen, wenn ihr das Buch selbst lest. Ich kann leider nicht mehr verraten, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Ich kann nur so viel verraten, dass ich so viel spekuliert habe während des Lesens, mir einiges seltsam vorkam und ich viele Fragen im Kopf durchgegangen bin, aber auf das tatsächliche Ende war ich trotz allem SO nicht vorbereitet. Ich habe letzten Endes sogar geweint, weil es so schön, traurig und auch anrührend war.

Hirngespenster“ ist für mich die Überraschung des Winters. Intelligent, verworren und voller Dramatik. Chapeau, Ivonne Keller!
© Ricarda Ohligschläger

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. muckibine sagt:

    Hallo Rici,
    dein Tipp war es schuld, das ich mir das Buch auf meinen heißgeliebten Kindle geladen habe und sofort mit dem Lesen anfing…..und nicht mehr aufhörte…eine ganze Nacht!
    Zum Schluß musste ich auch ein bisschen weinen….
    Vielen Dank für den Tipp!

  2. Tintenelfe sagt:

    Ich fand das Buch auch so toll. Allerdings hatte ich recht schnell eine Idee, was es mit dem kursiven Gegenwartstext auf sich hat. (Es gab da diese Szene mit dem Bücherregal.) Ich war trotzdem bis zum Schluss gespannt, ob es sich bewahrheiten würde. Kam mir ja wie ein Hirngespinst, äh, Hirngespenst vor. 🙂

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