Heike Abidi – Close Up

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Josie will die beste Regisseurin der Welt werden. Aber der Regie-Workshop, zu dem Ole aus der Film AG sie überreden möchte, ist ausgerechnet in L.A. und alles andere als billig. Da kommt die Hauptrolle in diesem Werbespot für Sahnepudding gerade Recht auch wenn sie vor laufender Kamera den Filmstar Leon küssen muss. Von da an geht es mit ihrer Schauspiel-Karriere steil bergauf und Josie muss sich irgendwann entscheiden, was sie wirklich will. Heike Abidis Roman ist ein filmreifer Stoff über große Träume, die keine bleiben müssen. Und über Freunde, die manchmal mehr sind, als man denkt.

Eine originelle Story über ein Mädchen, das schon immer wusste, was sie später werden will. Oder vielleicht doch nicht? (Kurzbeschreibung laut amazon)

In letzter Zeit lese ich eher weniger Jugendbücher, aber dieses sprach mich wegen der kreativen Hauptfigur Josie im Vorfeld bereits sehr an.

Heike Abidi lässt sich mit „Close Up“ komplett auf ihr junges Lesepublikum ein. Das merkt man spätestens nach wenigen Seiten, denn Josie ist mit allen Charaktereigenschaften gezeichnet, die für mich eine sympathische jugendliche  Protagonistin ausmacht.
Josie ist flippig, lebenslustig, voller Ideen und manchmal auch ein bisschen schüchtern.

Josie hat Wünsche, die sie gerne erfüllt haben möchte und Freundinnen an ihrer Seite, die ihr den Rücken stärken und mit denen man gleichzeitig viel Spaß haben kann. Gleichzeitig spürt man aber auch hin und wieder eine große Unsicherheit gegenüber der Welt der Erwachsenen.  Josie muss Meinungen revidieren, Menschen richtig einzuschätzen lernen und Konflikte mit ihren Freundinnen lösen. Sie bleibt dabei nicht blass und einseitig, sondern verändert sich mit ihren Aufgaben und Erfahrungen. Zweifel bezüglich ihrer Ziele lässt sie – optimistisch in die Zukunft blickend – hinter sich.

Close Up“ ist abwechslungsreich zu lesen und durch die kurzen Kapitel perfekt für junge Leser. Filmelemente wurden auf witzige Weise im Fließtext hervorgehoben und die Kapitel mit themenbezogenen Überschriften versehen, wie beispielsweise „Script“, „Special Effects“ und „Horror“.

Close Up“ ist eines der Jugendbücher, welches ich mir mit 12 gewünscht hätte. Wie schön, dass es doch noch den Weg zu mir gefunden hat. 😉
© Ricarda Ohligschläger

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