Simon Lelic – Das Kind, das tötet

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Ein bisher eher durchschnittlicher Anwalt im kleinen Städtchen Exeter – das ist Leo Curtis. Bis zu dem Tag als er eher durch Zufall Pflichtverteidiger in einem besonders brisanten Fall wird:

Leo soll den zwölfjährigen Daniel Blake verteidigen, der die elfjährige Felicity Forbes auf brutale Art ermordert hat. Trotz der Brisanz des Falls und gegen jeden Widerstand, den Leo auch von seiner Familie erfährt nimmt er den Fall an und gerät so in eine Spirale, die sein bisheriges Leben total auf den Kopf stellen wird.

Dieser Roman von Simon Lelic lässt mich ein bisschen unbefriedigt zurück. Natürlich ist das Thema brisant und alleine schon der Titel „Das Kind, das tötet“ ist ein Eyecatcher, aber mich konnte er insgesamt  nicht mitreißen. Vielleicht habe ich etwas anderes erwartet und versuche daher meine Bewertung für dieses Buch objektiv anzugehen.

Lelic befasst sich mehr mit dem Hintergrund und nicht mit der Tat an sich. Er fokussiert mehr und mehr die Familientragödie, die sich durch die Verteidigung für Leo Curtis entwickelt.

Auf der anderen Seite stellt er Daniel Blake als eine Art Opfer dar, was ich mich beim Lesen immer wieder zwischen Wut und Mitleid schwanken ließ. Sehr gekonnt spielt Lelic hier mit den Emotionen des Lesers!

Insgesamt fand ich den Schreibstil jedoch dermaßen zäh zu lesen, dass ich mich nur durch meine Neugier zum Weiterlesen motivieren konnte. Schließlich wollte ich schon gerne wissen, wie es letzten Endes ausgeht.

Das wiederum überraschte mich dann doch dermaßen, dass ich das Buch jeder Zeit weiterempfehlen würde.

Mein Fazit: Ein brisantes Thema, welches leider durch die etwas unbelebten Protagonisten und den zähen Schreibstil etwas an Faszination verliert.
© Ricarda Ohligschläger

 

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