Erzählt! Das Literatur-Festival von Thalia

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Erzählt!Vom 18. – 20.10.2013 fand in Münster und Oldenburg das von Thalia veranstaltete Literaturfestival „Erzählt!“ statt, zu dem ich herzlich eingeladen worden war. Unterstützt wurden die Leseabende vom S.Fischer Verlag, Diogenes, KiWi Verlag und Hanser.

Ich hatte mich letzten Endes für eine Teilnahme in Münster entschieden und reiste am Freitagnachmittag mit meinem Mann an. Auf der Liste der mitwirkenden Autoren fanden sich unter dem Motto „Autoren live auf der Bühne“ Cecilia Ahern, Roger Willemsen, Cordula Stratmann, Martin Walker, Uwe Timm und Alex Capus.

Nach der Anreise im Hotel fand noch am selben Abend die Lesung mit Cecilia Ahern statt. Die im Anschluss geplante Lesung mit Cordula Stratmann entfiel leider aus Krankheitsgründen, was wir sehr bedauerten.

Die Lesung fand im GEO – Museum statt, wo sich ca. 300 Gäste – überwiegend weiblicher Natur – eingefunden hatten.  Den deutschen Text las die Schauspielerin Luise Helm mit einer seiner fesselnden Stimme, die das Publikum restlos begeisterte und der Abend wurde moderiert von Margarete von Schwarzkopf, die ich bereits von anderen Veranstaltungen kenne. Sie entlockte Cecilia Ahern so einige interessante Dinge über ihre Arbeit und ihre mittlerweile zwei Kinder.

Der aktuelle Roman der Autorin „Die Liebe deines Lebens“ brodelte ganze vier Jahre in ihr. Inspieriert wurde sie von dem Song „Talk me down“ der Gruppe Westlife, in der ihr Schwager Bandmitglied ist. Schreiben tut sie zuerst mit dem Herzen und dann mit dem Kopf und greift nebenbei immer wieder auf ihre Ideenbücher zurück. Und davon hat sie viele!
Das aktuelle Buch benötigte allerdings auch etwas Recherche und dabei half ihr eine Psychologin, da das Thema insgesamt sehr brisant ist.
Cecilia Ahern versprach, dass man von ihr noch sehr viel zu lesen bekommen wird. Eventuell sogar einmal einen altmodischen Krimi.
Bis dahin fordert ihr Buch auf sich an den kleinen Dingen im Leben zu erfreuen und jeden Moment zu genießen.

Cecilia Ahern schien mir sehr sympathisch und bodenständig. Ich habe den Abend sehr(!) genossen. Im Anschluss an die Lesung hatte ich noch die Möglichkeit zu einem Foto mit ihr und das war eines meiner Highlights des diesjährigen Lesungsjahres!

Am nächsten Tag ging es kulturell weiter, denn wir hatten eine Stadtführung gebucht. Zwei Stunden lang ließen wir uns durch Münster führen und erfuhren in der kurzen Zeit allerhand Wissenswertes über Stadt und Leute.

Am Abend ging es dann in die Aula am Aasee, wo die Lesung mit Roger Willemsen stattfand. Und diese Lesung war das komplette Gegenteil von dem humorvollen Abend mit Cecila Ahern.
Roger Willemsen sorgte zwar auch für einige Lacher mit seinem Vortrag, aber die Ernsthaftigkeit des Abends hat mich trotzdem mehr begleitet, denn sein Buch “ Es war einmal oder nicht – Afghanische Kinder und ihre Welt“ bewies einmal mehr, dass wir doch viel zu oft auf hohem Niveau jammern.

Willemsen sagte an diesem Abend etwas, was mich sehr nachdenklich gemacht hat. „In Afghanistan wünscht sich kein Kind ein Star Britney Spears zu werden.“ Vielmehr ginge es bei den Wünschen der Kinder um Bildung, Nahrung und Frieden.

Die Zeichnungen der Kinder strahlten trotz aller Kriegswirren Hoffnung und Kraft aus, auch wenn ihre Augen etwas anderes im Inneren verbargen. Barbara Auer las dazu die Briefe von afghanischen Kindern (Auszüge aus dem Buch) vor.

Wie schon beschrieben – die Abende hätten nicht unterschiedlicher sein können. Trotzdem waren sie genau richtig, denn ich stimme Willemsen zu, dass zu einem Festival auch leise und nachdenklich Töne gehören.

Leider war es mir aus Zeitgründen nicht möglich am Sonntag die Lesung von Alex Capus zu besuchen, aber ich hoffe auf eine weitere Möglichkeit den Autor live zu erleben.

Mein Dank für dieses schöne Wochenende gilt Thalia, ganz besonders den Organisatorinnen Julia Hattrup und Kristina Guse, die mir die Teilnahme am Festival ermöglicht haben!
© Ricarda Ohligschläger

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. lesenundmehr sagt:

    Hui, ein tolles Wochenende! 🙂 Das ist irgendwie komplett an mir vorbei gegangen… Aber man kann ja nicht alles haben.
    Viele Grüße
    Tanja

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