Nicole Steyer – Das Pestkind

DAS PESTKIND“ ist der zweite historische Roman der in Idstein lebenden Autorin Nicole Steyer. Bereits mit ihrem Debüt „DIE HEXE VON NASSAU“ hat sich mich sehr beeindruckt und ohne etwas vorweg nehmen zu wollen, möchte ich anmerken, dass ihr aktuelles Werk dem ersten in nichts nachsteht!

„Rosenheim zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges:
Die junge Marianne lebt und arbeitet in der Brauerei, die von der Witwe Hedwig Thaler geführt wird. Die alte Frau, die nur einem einzigen Sohn das Leben schenken konnte, hat Marianne bei sich aufgenommen und aufgezogen. Doch das Mädchen hat von ihr nur böse Worte und Ungerechtigkeiten empfangen. Einzig der Abt des Klosters begegnet Marianne freundlich und nimmt sie vor den Anfeindungen der Leute in Schutz. Denn als Überlebende der Pest gilt sie fast als so etwas wie eine Hexe. Doch dann liegt eines Tages Hedwig Thaler erschlagen auf dem Hof – und nur Marianne ahnt, wer der Mörder ist …“
Kurzbeschreibung laut amazon

Mit Marianne hat Nicole Steyer eine Hauptfigur gezeichnet bei der es schwer fällt sie nicht auf Anhieb ins Herz zu schließen. Hilfsbereit, gütig und mit dem Herzen am rechten Fleck begegnet das Waisenkind jedem ihrer Mitmenschen – auch wenn es schwer fällt.
Leider begegnen ihr die Menschen nicht mit gleicher Offenheit. Als Pestkind verschrien wird sie nicht nur einmal auf offener Straße beschimpft, geächtet und geschlagen.
Ihre Pflegemutter, Hedwig Thaler, sieht in ihr nur eine billige Arbeitskraft für die gutgehende Brauerei und schlägt nicht nur sie, sondern auch den zurückgebliebenen eigenen Sohn Anselm.
Marianne befürchtet ihr gesamtes Leben in dem stickigen Gasthof zwischen Trunkenbolden und Fleischplatten verbringen zu müssen…

Doch mehrere dramatische Wendungen bereiten ihr wider Erwarten ganz andere Sorgen. Zwei Mordfälle, die Verhaftung ihres geliebten Bruders Anderl und ihr unfreiwilliger Weggang aus Rosenheim lassen Marianne nicht zur Ruhe kommen. Einzig Pater Franz kann ihr und ihrem Bruder jetzt noch helfen.

Nicole Steyer beschreibt nicht nur die Charaktere mit sehr viel Hingabe, sondern auch die Landschaft, das Leben im Tross und die Lebenssituation einzelner Protagonisten zur damaligen Zeit. Die Sprache ist dem Zeitpunkt perfekt angepasst und trotzdem leicht verständlich. Die fast 600 Seiten sind im Nu gelesen, da man sich durch die spannende Handlung und die bildhafte Szenerie sehr gut unterhalten fühlt.

Mich hat „DAS PESTKIND“ restlos begeistert und die Ergänzungen unter „Historische Personen im Buch“ runden den Eindruck einer intensiven Recherche ab.

Nicole Steyer schreibt ganz großes Kino vor historischer Kulisse. Ihr Roman hat mich absolut begeistert und wer auf der Suche nach einem spannenden Leseabenteuer mit authentischen Figuren ist, dem empfehle ich „DAS PESTKIND“ gerne weiter!
© Ricarda Ohligschläger

 

 

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Cappuccino-Mama sagt:

    Es macht richtig Spaß, diesen Roman zu lesen. Hedwig Thaler fand ich lieblos, Anderl liebenswert und mit Marianne habe ich gehofft, dass sie ihr Glück findet – bin noch nicht fertig mit dem Buch, aber ich kann es nur empfehlen.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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