Gabriella Engelmann – Sommerwind

„Geliebter Zugvogel, ich schreibe dir, wie ich es immer mache, sobald du die Insel verlassen hast“ – so beginnt einer jener geheimnisvollen Liebesbriefe, unterzeichnet nur mit dem Initial A., die die Hamburgerin Felicitas auf dem Dachboden findet. Alle Briefe wurden auf Föhr geschrieben, wohin Felicitas nur wenig später aus beruflichen Gründen reisen muss. Die Sehnsucht, die in jeder Zeile der Briefe steckt, berührt sie tief, obwohl sie nach einer großen Enttäuschung in Sachen Liebe ein gebranntes Kind ist. Als sie auf der wunderschönen Nordseeinsel die Brüder Niklas und Frederick kennenlernt, bekommt die Frage, ob sie selbst je wieder lieben kann, eine neue Dringlichkeit. (Kurzbeschreibung laut amazon)

Felicitas führt ein eher unkonventionelles Leben. Mit ihrem schwulen Freund lebt sie in einer Wohngemeinschaft, ist beruflich als Regieassistentin viel unterwegs und von einer festen Beziehung ist sie nach einer großen Enttäuschung weit entfernt.

Als es sie beruflich nach Föhr verschlägt, hat sie etwas ganz besonderes im Gepäck: Briefe, die sie in Hamburg auf dem Dachboden gefunden hat. Und diese Briefe sprechen von großer Sehnsucht und berühren Felicitas zutiefst. Daher möchte sie auch unbedingt herausfinden wer dahinter steckt.

Auf Föhr angekommen lenkt sie allerdings erst einmal der Job von ihren Nachforschungen ab. Doch nicht nur ihr nerviger Chef und der „SOMMERWIND“ wirbeln Felicitas Herz mächtig durcheinander.

Zugegeben der Klappentext könnte(!) bei dem ein oder anderen interessierten Leser andere Erwartungen wecken, daher möchte ich gerne erwähne, dass es eben nicht vorrangig um die Briefe geht, sondern eher um das „Sich-Selbst-Finden“ und die Frage, ob man nach einer großen Enttäuschung noch vertrauen kann. So interpretiere ich jedenfalls die Geschichte, die Gabriella Engelmann mit so viel Liebe zur Insel Föhr gefüllt hat, dass man das Gefühl hat beim Lesen in warmen Nordseesand zu versinken.

Ich wäre normalerweise zum Zeitpunkt der Lektüre ebenfalls an der Nordsee gewesen, was ich aber aus persönlichen Gründen nicht umsetzen konnte. Daher war „Sommerwind“ in vielerlei Hinsicht die perfekte Trost-Lektüre für mich.

Gabriella Engelmann hat das Flair der Nordsee und ganz besonders der Insel Föhr auf so vielfältige Weise in ihrem Roman eingefangen, dass ich nichts vermisst habe.

Ihr Roman ist wunderbar angereichert mit abwechslungsreichen Charakteren, die fest im Leben stehen und mir während der Lektüre schnell ans Herz gewachsen sind. Sie spiegeln im wahrsten Sinne des Wortes wider was die Nordsee bedeutet: Leichtigkeit (Leevke), stürmische Böen (Frederick) und ganz viel Sonne im Herzen (Felicitas).

Eine sehr zu empfehlende (Urlaubs)Lektüre. Nicht nur für diejenigen, die ihr Herz bereits an die Nordsee verloren haben!
© Ricarda Ohligschläger

 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Heike sagt:

    Ich fahre am 28.06. wieder an meine geliebte Nordsee und du hast mich echt neugierig auf dieses Buch gemacht…

  2. Tintenelfe sagt:

    Ich habe gerade einen Jugendroman von Gabriella Engelmann gelesen und hätte Lust auf mehr, wobei es eben nicht eines der „Märchen“-Bücher sein sollte. Da kommt Dein Tipp genau zur rechten Zeit. 🙂
    Und Levke… so würde ich ja gern unsere Tochter nennen, aber mein Mann lässt sich nicht so richtig überzeugen. *seufz*

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