Britt Reißmann – Blutopfer

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Eine Clique Jugendlicher praktiziert gefährliche Mutproben in einem Waldstück bei Stuttgart und findet dabei einen grausam zugerichteten Leichnam. Die Spuren führen die Mordkommission zur Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas sowie in die Sado-Maso-Szene. Doch auch die Tochter von Hauptkommissarin Verena Sander ist unter den negativen Einfluss der Clique geraten. Aus Sorge um ihre Tochter macht Verena Fehler, die ihr beruflich wie persönlich beinahe zum Verhängnis werden. (Kurzbeschreibung laut randomhouse)

Im Gegensatz zu anderen Rezensionen, die ich bisher zum Buch gelesen habe möchte ich eigentlich nicht ellenlang über die Handlung des Buches schreiben. Die oben stehende Kurzbeschreibung sollte reichen, um einen groben Umriss dessen zu erhalten was Hauptthema des Kriminalromans ist.

Vielmehr möchte ich darauf eingehen warum ich „Blutopfer“ uneingeschränkt weiterempfehlen kann!

Blutopfer“ beginnt mit einem Prolog der es in sich hat. Eine junge Frau wird gequält, eventuell sogar vergewaltigt. Des Rätsels Lösung erfährt der Leser erst zum Ende…
Von Schmerzen im Schambereich ist die Rede, von Grießbrei als Belohnung und von Plastikgurten die ein Entkommen unmöglich machen.
Zugegeben ähnliche Szenen gibt es im Buch nicht mehr – und das ist auch gut so. Der Prolog geht auch so unter die Haut!

Britt Reißmann hat es ohnehin gar nicht nötig durch brutale Foltermethoden oder ausschweifende Gewaltszenen zu glänzen. Ihr hervorragender Schreibstil überzeugt ohne solche Szenarien auf den ca. 400 Seiten von Anfang bis Ende!

Schnell wird klar, dass es sich um ein außergewöhnliches Thema handelt. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas und der Leser bekommt Einblicke, die ihm bisher eventuell verborgen geblieben sind. Gleichzeitig finden sich immer mehr Indizien, die den ersten Tatverdächtigen herausfiltern. Doch in diesem Kriminalroman warten noch einige Überraschungen, die teils perfide, teils erschreckend anmuten.

Da ich nicht vorgreifen möchte werde ich außerdem nicht die zweite große Thematik in „Blutopfer“ ansprechen, denn das würde dem interessierten Leser zu viel Spannung nehmen. Irgendwann fallen nämlich alle Vermutungen bezüglich möglicher Täter wie in einem Kartenhaus zusammen und es offenbart sich eine Wahrheit, die Krimifreunde begeistern wird. Auch Verena Sander hat an dieser Wahrheit schwer zu schlucken, erkennt sie doch, dass nichts so ist wie es scheint!

Britt Reißmann überzeugt mit einem stimmigen Kriminalroman, der voller Spannung menschliche Abgründe aufzeichnet!
© Ricarda Ohligschläger

 

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