Jutta Maria Herrmann – Hotline

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Keine Polizei – never ever. So lautet die unumstößliche Maxime der Beichthotline. Aber was tun, wenn eine Anruferin ankündigt, ihr neugeborenes Kind lebendig zu vergraben? Ein schlechter Scherz, konstatiert Chris, Initiator der Hotline, als seine Freunde und Kollegen statt einer Kinderleiche eine lebensgroße Puppe auf dem Friedhof ausgraben. Dann meldet sich die mysteriöse Anruferin erneut und verkündet, dies sei erst der Anfang …(Kurzbeschreibung laut amazon)

Jutta Maria Herrmanns Debüt hat mich mit „Hotline“ sehr(!) positiv überrascht.  Nicht nur, dass die perspektivischen Wechsel immer am dann stattfanden, wenn es am spannendsten wurde. Nein, auch die Figuren, die sehr undurchsichtig und teilweise sehr mystisch wirkten machten die Story noch brillanter.

Die Charaktere zeichnen sich durch Lebenserfahrungen, eigene Familientragödien und nicht immer eine reine Weste aus. Persönliche Katastrophen, Zwiespälte und unerfüllte Sehnsüchte – das alles spielt eine tragende Rolle, die jedoch nicht zu sehr überlastet und so dem eigentlichen Hauptthema – dem Rachefeldzug – genug Freiraum gibt!

Leider ahnte ich bereits im zweiten Drittel, worauf das Ganze hinauslaufen würde, aber da der Showdown dann wiederum so grandios entwickelt worden ist, habe ich mich letzten Endes doch entschlossen, diesem Buch die volle Punktzahl zu geben. Der Prolog erklärt sich schlussendlich  genauso lückenlos auf, wie alle anderen Verwicklungen von Hauptfiguren und irreführenden Verstrickungen.

Ich bin jetzt mal ein bisschen großspurig, denn ich könnte mir „Hotline“ auch gut als Tatort-Verfilmung vorstellen, denn mitreißender kann ein Debüt fast nicht sein!
© Ricarda Ohligschläger

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