Lesung von Katja Kessler in Köln

Bevor ich heute Abend zur vorletzten Lesung des Jahres aufbreche, möchte ich doch noch gerne über die Lesung mit Katja Kessler in Köln berichten. Wie ich bereits auf Facebook erwähnt hatte, war die Lesung mit lediglich 10 Gästen besucht, was mich sehr(!) erstaunt hat, wo doch „Klatschkolumnistin“ Katja Kessler eigentlich sehr bekannt ist. Schließlich war sie es doch, die mit Dieter Bohlen zusammen „Nicht als die Wahrheit“ und „Hinter den Kulissen“ veröffentlicht hat und auch sonst ab und an auf der Mattscheibe zu sehen ist.

Die Veranstaltung begann mit ca. 10 Minuten Verspätung, da Frau Kessler sich vor der Lesung mit einer (wie sie selbst sagte) Freundin ins Gespräch vertieft hatte und die vier anwesenden Mitarbeiterinnen der „Mayersche“ es nicht für nötig hielten eventuell mal auf den Beginn der Veranstaltung hinzuweisen. Ich habe mich schon gefragt, ob man selbige Vorgehensweise an den Tag legen würde, wenn 60 Gäste anwesend gewesen wären…

Dass Frau Kessler sich dann noch ausgiebig Zeit für den Herren von der Presse nahm und eifrig poste, machte den Beginn der Veranstaltung nicht besser. Vielleicht hatte sie angesichts der zehn Gäste eh schon keine Lust mehr – was ich durchaus verstehen könnte!

Die Veranstaltung begann dann mit einem weiteren „Ding der Unmöglichkeit“, denn als Frau Kessler endlich mit Posen fertig war und der Herr Fotograf das gefühlte einhundertste Bild im Kasten hatte, stand Autorin mit Buch alleine vor dem Publikum und fragte ganz entsetzt wo denn nun ihre Anmoderation wäre. Die vier Damen der „Mayersche“ – Buchhandlung hatten sich nämlich mit kaputtem Mikrofon verkrümelt. Keine war auf die Idee gekommen, dass es vollkommen ausreichen würde die Anmoderation ohne Mikrofon zu übernehmen, was ja bei zehn Gästen durchaus machbar wäre! Denn alles ist besser, als KEINE Anmoderation!!!

Frau Kessler tat mir einmal mehr leid. Allerdings wäre sie nicht Frau Kessler, wenn sie nicht ganz professionell gesagt hätte, dass man das Ganze auch wie bei Stefan Raab machen könnte. Einer der Gäste könnte ja schließlich den vorgedruckten Text vorlesen. 😉

Rettung nahte dann doch in Form der Damen der Buchhandlung. Man hatte offensichtlich bemerkt, dass man im wahrsten Sinne des Wortes einen Schritt zu weit (weg) gegangen ist.

Die Lesung selbst war kurzgesagt unterirdisch. Ich habe selten so eine bemühte und „auf Teufel komm raus – jetzt sei endlich lustig“ – machende Autorin erlebt. Versteht mich nicht falsch! Das was gelesen wurde war lustig und ich freu mich sogar darauf das Buch zu lesen,  ABER die Art und Weise wie es vorgetragen wurde war schrecklich! Ich wusste gar nicht wann K.K. mit Erzählen fertig war und wann sie las. Die Pointen gingen gnadenlos unter und wäre nicht ab und an ein Lacher aus dem Off von der Freundin der Autorin erfolgt hätte ich gar keine Orientierung mehr gehabt! Ich war nämlich obendrein durch das Geklicke des schräg vor mir sitzenden Fotografen abgelenkt, der frei nach dem Motto „Masse statt Klasse“ das mittlerweile gefühlte 1546. Foto schoss!

So schleppte sich die Lesung zäh wie Brei hin bis es plötzlich sehr emotional wurde und ja(!) ich hatte Tränen in den Augen, als K. K. berichtete wie in Amerika für Amokläufe an Schulen „geprobt“ würde. Man bringt den Kindern bei wie sie im Zick Zack laufen sollen, damit der „böse Mann“ sie nicht so schnell erschießen kann…

Es war also von allem etwas dabei an diesem Abend, der seinen katastrophalen Höhepunkt darin fand, dass Frau Kessler ihre Lesung selbst beendete, da die Mitarbeiterin der „Mayersche“ irgendwie ihren Abschlusseinsatz verpasste und die Autorin einmal mehr mit großen Fragezeichen in den Augen in die Runde guckte.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich das Verhalten der Mitarbeiter der „Mayersche“ – Buchhandlung bei Weitem unprofessioneller  fand, als die sehr bemühte Lesung von Frau Kessler. Es war der Wahnsinn und nicht nur „Silicon Wahnsinn“!
© Ricarda Ohligschläger

 

 

 

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