Ich habe ein schlechtes Bauchgefühl

Ich habe ein schlechtes Bauchgefühl

… und auf das werde ich ab sofort hören.

Ich habe in den vergangenen Wochen nachgedacht. Viel nachgedacht. Übers Bloggen, über die Möglichkeit mein Hobby auszuüben und vor allem zu finanzieren.

Ich blogge seit 2009. Seitdem beziehe ich auch Rezensions- sprich Freiexemplare von Verlagen oder von Autor/innen direkt. Man bietet mir Bücher gegen Rezension an, was mich sehr freut und was ich SEHR zu schätzen weiß. Selbstverständlich bedeutet ein kostenloses Leseexemplar für mich NICHT automatisch eine 5-Sterne – Rezension beim großen A, sondern auch die Verpflichtung objektiv ein Buch zu bewerten. Das wissen die Verlage, die mich beliefern und die Autoren, die ihr Buch gerne auf meinem Blog besprochen haben möchten.

In den letzten Monaten blockte ich fast alles was an Rezensionsanfragen per Mail bei mir ankam. Das sind ca. 5 in der Woche. Plus Verlagsempfehlungen komme ich ca. auf 20 Anfragen. In der Woche!

Trotzdem bleibe ich immer mehr eisern. Und ja, ich kämpfe hin und wieder mit mir selbst, wäge ab und frage mich WANN ich das Buch realistisch betrachtet lesen könnte. Immer wieder schiebe ich Rezensionen vor mir her. Mir fehlt schlichtweg die Zeit.

Ihr ahnt wer “Schuld” daran trägt? Richtig! Meine zauberhafte Tochter Maite. Ich habe mittlerweile meine Prioritäten ein bisschen anders gesetzt. Lesen tue ich allerdings immer noch sehr gerne und selbstverständlich kaufe ich auch Bücher.

Trotzdem stehe ich auch in der Verpflichtung den Verlagen eine Besprechung zu “liefern”. Ich möchte mir ja genau so gereicht werden wie den Verlagen und Menschen, die mich beliefern! Diese Verpflichtung erdrückt mich mittlerweile ein wenig und mein schlechtes Bauchgefühl macht sich breit.

Noch breiter wird es, wenn ich den Blogartikel einer sehr geschätzten Autorin lese. Claudia Toman hat in ihrem Blogbeitrag etwas angesprochen, was meinem schlechten Bauchgefühl noch mehr Platz gibt: Den Widerspruch einerseits Autoren sehr zu schätzen und andererseits für ihre Arbeit nichts zu zahlen.

Ich habe bisher keinen Hehl daraus gemacht, dass Autoren von mir nicht reich werden und ich quasi nur durch meine “Blogwerbung” für ihr Überleben kämpfe. Aber mir persönlich reicht das nicht mehr. Ich möchte mit diesem Blogbeitrag einen Schritt in die richtige Richtung gehen.

In den letzten fünf Jahren habe ich beobachten müssen, dass viele Blogs nur deshalb entstehen, weil man “damit ja so gut an Freiexemplare kommt”. Das kotzt mich an! Sorry. Und ich bin in Teilen nicht besser – oder fühle mich eben nicht besser! – wenn ich es genauso mache.

Daher werde ich ab sofort keine Frei- bzw. Rezensionsexemplare mehr von Verlagen anfordern. Ich möchte für meine Bücher bezahlen. Damit Autor/innen sich nicht mehr unter Wert verkaufen müssen!

Punkt.  
© Ricarda Ohligschläger

Und wer sich jetzt immer noch fragt, warum ich so und nicht anders handele darf sich gerne diesen Artikel ansehen:

Wie man sich mit Anstand bestehlen lässt

Nachtrag vom 05.01.2015
Es sind mittlerweile ein paar Tage „ins Land“ gezogen und ich habe sowohl positive als auch negative Resonanz auf diesen Blogbeitrag erhalten. Ich habe gegrübelt und nachgedacht, sogar überlegt diesen Blog zu löschen und alles hinzuschmeißen, weil ich irgendwie das Gefühl von „wie man es macht, macht man es verkehrt“ hatte.

Fakt ist, dass ich weiterhin lese werde und auch keine Leseunlust hatte. Ich habe auch nie Bücher lesen MÜSSEN, die ich nicht lesen wollte, denn ich hatte ja bisher immer die freie Wahl. Ich wurde in den letzten Jahren großartig von Verlagen unterstützt. Sei es mit Rezensionsexemplaren für mich oder Verlosungsexemplare für die Aktion „Leser fragen – Autoren antworten“ und ich möchte diese Zusammenarbeit nicht missen. Aber man kann auch zusammenarbeiten, wenn man eben keine Rezensionsexemplare bezieht. So sehe ich das und so sehen das hoffentlich auch die Verlage.
Außerdem möchte ich niemandem vor den Kopf stoßen, denn es fiel in einer Mail sogar der Begriff „ein Schlag ins Gesicht“.
Aber ich muss mich doch auch gut fühlen bei all dem was ich mache, oder nicht?

Jemand schrieb, dass die Autoren ja eh nur einen Bruchteil des Buchpreises als Honorar erhalten würden. Andere Meinungen gingen dahin, dass ich mir durchaus als Blogger das Recht nehmen dürfte die Bücher als Honorar anzusehen. Nehmen wir das doch einmal als Beispiel für folgende Rechnung:

Ein Autor schreibt an einem Buch – ich nehme jetzt Mal ein pauschales Beispiel – sechs Monate. Recherche, Vorbereitung etc. lasse ich mal außen vor. Das Buch hat ca. 320 Seiten. Ich lese dieses Buch in 4 Stunden (ja, ich lese schnell, wenn ich richtig gut drauf bin!). Für die Rezension brauche ich – je nach dem – ca. 1 Stunde. Das Buch kostet im Laden 8,99 Euro. Die kann ich mir sparen, da ich das Buch ja als Freiexemplar erhalte.

8,99 Euro also für mich – für ca. 5 Stunden Arbeit und für den Autor 0,50 Euro für sechs Monate Arbeit – wenn ich das Buch denn kaufen würde. Merkt ihr was? Oder habe ich einen Denkfehler?

Daher bleibe ich bei meiner Meinung. Anfordern ist nicht mehr!

Sollte aber jemand von sich aus wollen, dass ich sein Buch lese – und ich beziehe mich hierbei auf die lieben Mails, die mir in den letzten Tagen zukamen -, dann schreibe er/sie mir eine Mail mit einer Anfrage. Ich werde dann so schnell wie möglich antworten (es gibt nur „ja“ oder „nein“) und hoffe, dass das ein guter Kompromiss ist für all die netten Kontakte, die in den letzten Jahren entstanden sind, die vielfältigen Büchen die ihr da draußen schreibt und für mein Bauchgefühl.

 

36 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wow, Ricarda, was soll ich sagen – außer: KLASSE! Hut ab! Sehr, sehr, sehr gut <3
    Deine Antje Szillat, die sich sehr gefreut hat, dass du mein Buch gelesen hast und sich noch mehr darüber freut, wenn du deiner entzückenden Tochter irgendwann mal Kinderbücher von mir vorlesen wirst – ohne dich verpflichtet zu fühlen, diese dann himmelhochjauchzend der Welt zu empfehlen <3

  2. MacBaylie sagt:

    Hallo Ricarda,

    das kann ich gut verstehen.

    Immer wieder liest man von Blogs, die geschlossen werden, deren Betreiber immer mehr unter Druck geraten, weil sie ihrer „Rezensionspflicht“ gar nicht mehr nachkommen können. Das finde ich immer sehr schade, denn bloggen soll Spaß machen und für Entspannung sorgen. Stattdessen wird es immer mehr zu einer Stressveranstaltung. Aber viele (nicht alle) Blogger sind auch selbst schuld, wenn sie alles was gerade eben auf den Markt kommt anfordern.
    Den Aspekt, dass die Autoren auf diese Weise (Freiexemplare) natürlich nicht an den Büchern verdienen können, hatte ich dabei eigentlich nie so ganz bedacht, aber du hast schon recht, andererseits zahlen die Blogger halt ihren Teil in Werbung, die man natürlich auch nicht unterschätzen darf. So oder so – ein Dilemma.
    Ich für meinen Teil fordere nie Rezensionsexemplare an und nehme nur in Ausnahmefällen auf Anfrage das ein oder andere an. Damit bin ich bisher auch sehr gut gefahren. Ich bestimme was ich lese und ob ich es rezensieren möchte. Kein Stress – nur Freude 🙂

    Liebe Grüße und höre auf dein Herz … und auf den Bauch 🙂

    MacBaylie

  3. Maccabros sagt:

    da hast Du voll und ganz Recht – es braucht Zeit und mal ab und an mag ok sein, aber auf Dauer ist frisst es Dich auf und so bekommt jemand mehr Lohn, der ihm(ihr zusteht…

    LG

    Maccabros

  4. Liebe Ricarda,
    was für ein Statement! Ich kann es als Leserin absolut nachvollziehen und habe als Autorin natürlich die größte Hochachtung vor dir.
    Ich wünsche dir vor allem eins für die Zukunft: uneingeschränkte Freude beim Lesen. Die vermutlich wächst, wenn die „Rezensionspflicht“ weg fällt.
    Herzliche Grüße,
    Claudia

  5. Nadine sagt:

    Da sagst du was ganz Richtiges! Ich muss zugeben, dass ich nicht wirklich viele Reziexemplare rezensiere, also auch eine Menge Bücher kaufe. Und so soll es auch bleiben. Ab und an freue ich mich schon, wenn ich etwas bekomme, aber man fühlt sich tatsächlich total unter Druck gesetzt. Aktuell ist es bei mir schon wieder so. Ich lese ein zauberhaftes Buch und die Autorin wartet schon seit Wochen drauf, dass ich endlich etwas dazu schreibe. Ich denke, wenn sich das die Waage hält bzw. man zum größten Teil selber gekaufte Bücher rezensiert ist das vollkommen in Ordnung, denn ich habe durch kostenlose Exemplare schon einige Autoren kennengelernt, die ich sonst wohl eher nicht „ausprobiert“ hätte. Aber Bücher abgreifen mag ich ganz und gar nicht. Daher würde ich zumindest diejenigen, die mich nicht ansprechen sofort ablehnen. Ich wünsche dir ganz viel Spass beim entspannten Lesen und hoffe auf viele neue Rezensionen von dir in 2015!
    LIebe Grüße Nadine

  6. Boah, danke für den Beweis, dass Moral auch mal in diese Richtung ausschlagen kann 🙂 Und alles Gute mit deiner Tochter!

  7. ottogang sagt:

    Ein ganz tolles statement. Vor allem die Ausrichtung auf die neue Wichtigkeit in Deinem Leben gefällt mir sehr gut. Deine Tochter wird es Dir sicher einmal danken und ein bißchen Zeit zum lesen, wenn die Lust stimmt, gibt es bestimmt auch. Vor allem ist für mich immer wichtig, daß ich bestimme, welches Buch ich lesen möchte und nicht ein Autor oder Verlag. Weiter so, ich finde es toll.

  8. Nele Neuhaus sagt:

    Liebe Rici, ich finde es gut, dass du auf dein Bauchgefühl hörst und ich kann sehr gut nachvollziehen, was du beschreibst. Gerade wenn sich Lebensumstände ändern stellt man Vieles von dem, was man bis dahin gerne und mit Herzblut getan hat, in Frage. Zu Recht! Das Leben ist ein Fluss und stetige Veränderung. Wenn man sich mit irgendetwas nicht mehr richtig wohl fühlt, dann soll und muss man das ändern, ungeachtet dessen, was andere sagen, denken oder schreiben. Ich habe zB im Sommer gemerkt, dass meine Social Media Aktivitäten zu viel Raum in Anspruch genommen haben. Ich konnte mich kaum noch auf meine Arbeit, das Schreiben, konzentrieren. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich mache alles nur noch halb. Dann habe ich beschlossen, bei Facebook & Co. kürzer zu treten und siehe da – der Spaß am Schreiben war plötzlich wieder da und das Leben geht auch ohne stündliche Postings bei Facebook weiter. Das Schönste war aber, dass meine Fans und Follower Verständnis für meine Entscheidung hatten und mir allesamt treu geblieben sind. 🙂 Aus deinen Worten spricht die Wertschätzung für die Arbeit von uns Autoren und dafür zolle ich dir höchsten Respekt! Ich folge weiterhin treu deinem Blog und freue mich auf deine Rezensionen! Dir, deinem Mann und eurer süßen Kleinen einen guten Rutsch in ein schönes, erfolgreiches und gesundes neues Jahr! Bis ganz bald und liebe Grüße, Nele

  9. pcsbooks2010 sagt:

    Hat dies auf Herzlich Willkommen auf dem BLOG der Autorin Gabriele Schmid rebloggt und kommentierte:
    Wahre Worte und sehr mutig – Hut ab, Ricarda!

  10. pcsbooks2010 sagt:

    Wahre Worte und sehr mutig – Hut ab, Ricarda!

  11. Redaktion sagt:

    Als Autorin finde ich die Entscheidung toll. Danke für diese Respektbekundung vor unserer Tätigkeit. Eine Ausnahme würde ich nur bei Vorabexemplaren machen, die man ja nur annimmt, wenn man auch im vereinbarten Zeitfenster zum Lesen kommt.
    In mir jedenfalls hast Du einen Follower gefunden.

  12. siljaps sagt:

    Liebe Rici!
    DANKE! Du sprichst mir aus der Seele!
    Ich gehöre selbst zu den Bloggern, die nur ganz selten ein Reziexemplar annehmen – eben wegen des Drucks, sie so schnell wie möglich lesen zu müssen. Ich habe für mich selbst gemerkt, dass mir dieser Druck die Lust zu Lesen nimmt und beschlossen, KEINE Reziexemplare mehr anzunehmen. Im Moment arbeite ich noch einen kleinen Stapel mit Büchern ab, doch ich merke jetzt schon – mir macht das Lesen wieder viel mehr Spaß!
    Die einzigen Bücher, die ich jetzt noch über den Verlag oder vom Autor bekomme, sind die, bei denen ich bei Blogtouren beteiligt bin – weil ich Blogtouren liebe!
    Drück deine Maite von mir, Grüße deinen Mann – wir sehen uns bei Laura aka Sandra (hoffe ich)!
    LG Silke

  13. Super Einstellung!!

    Ich sehe häufig auf Blogs, dass sie Rezensionsexemplare förmlich schon horten und teilweise nicht mal mehr mit dem Lesen nachkommen. Ein hoher SuB mit gekauften Büchern mag das eine sein, aber zusätzlich noch Reziexen stapeln muss ja nun wirklich nicht sein…

    Vor allem aus diesem Grund (weil ich meine eigenen Bücher auch irgendwann mal lesen möchte) ist bei mir bis auf weiteres Schluss mit Rezensionsexemplaren. Ebenso gibts ab 2015 bei mir ein Buchkauf-Verbot, bis ich auf eine bestimmte Anzahl von SuB runter bin. Das dürfte mich eine Weile beschäftigen. Wem es nicht passt, der hat Pech.

    Was mich dagegen als Leser ziemlich aufregt: Wenn sich Autoren derart aufdrängen mit einer Rezensionsanfrage, dass kein Nein akzeptiert wird und stattdessen weiter gebettelt wird. Sowas hatte ich auch schon erlebt… =/

    Klar, ich habe mit meinen bisher zwei einzigen Rezensionsexemplaren tolle Autoren kennen gelernt, aber trotzdem… wie soll ich sagen… Ich mag letzten Endes dann doch lieber selbst entscheiden, was ich lesen möchte.

    Dazu kommt der Rezensionszwang. Manchmal lese ich Bücher, wo mir am Ende schlicht die richtigen Worte fehlen, bei denen ich einfach viel zu lange nachdenken muss, was ich in einer Rezension dazu schreiben könnte. Was, wenn mir das bei einem Reziexemplar passiert? Uncool…

    Liebe Grüße,
    Dobbie
    http://dobbies-buecherblog.blogspot.de/

  14. Ich kann mich den Vorposts nur anschließen. Ich zolle deinem Mut und deiner Entscheidung Respekt und freue mich gleichzeitig darüber, das jemand unsere Autoren-Arbeit schätzt und dies auch zum Ausdruck bringt. Dafür danke ich dir von Herzen… Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Gute und hoffe, dass du dein schlechtes Bauchgefühl ganz schnell wieder loswirst und die Freude am Lesen zurück kommt…
    Liebe Grüße
    Leo

  15. Rebecca K. sagt:

    Hallo Rici,

    von mir bekommst du sehr viel Respekt dafür. Wobei es garantiert wie überall solche und solche gibt.
    Gut ich kann da eh nicht mitreden, denn ich habe keinen Blog und dafür wären meine Rezensionen auch nicht gut genug, doch ich verstehe trotzdem was du meinst, denn allein durch deinen Blog bin ich auf viele Autoren aufmerksam geworden die ich sonst nie gelesen hätte.
    Aber wenn sich die Bücher stapeln bringt es auch nichts und wenn man es nicht mehr als sein Hobby ansehen kann sondern eher schon als einen Beruf weiß ich nicht ob das dann noch gut ist und man nicht irgendwann auch den Spass am lesen verliert.
    Ich werde weiter bei dir reinschauen und garantiert auf das eine oder andere Buch aufmerksam werden, das es dann auf meinen großen SUB schaffen wird.
    Viele Grüße
    Rebecca

  16. Alana Falk sagt:

    Vielen Dank für deine Worte, Ricarda. Ich wünsche dir, dass sich die Freude am Bloggen wieder einstellt bzw. dir erhalten bleibt!

  17. Liebe Ricarda, du sprichst etwas an, das mich auch immer wieder beschäftigt. Ich finde deinen Schritt mutig und richtig!

  18. Liebe Ricarda, in dem Link den du am Ende setzt steht, dass die Autorin von 9,90 Euro nur 50 Cent Honorar erwartet, wo ist da die angemessene Vergütung. Stattdessen solltest du dir einfach das Recht nehmen Rezensionen abzulehnen trotz Rezensionsexemplaren. Übrigens sind die Werbemaßnahmen, und keine Geschenke, wer sich dadurch bestochen fühlt, ist halt etwas unerfahren, man kann ja auch Rezensionsexemplare weiterreichen, so wird es übrigens in den Zeitungsredaktionen gemacht, die vor Redaktionsexemplaren sich nicht retten können. Das Buch zu kaufen um es dann zu rezensieren ist ein Fehlschluss. Gruss Jan-Albert Michaelis

    1. herzgedanke sagt:

      Ich fühle mich nicht bestochen durch Rezensionsexemplare – ganz im Gegenteil: ich fühlte mich all die Jahre geehrt diese Möglichkeit nutzen zu können. Das Buch zu kaufen um es dann zu rezensieren ist ein Fehlschluss? Kaufen und es nicht zu rezensieren hilft dem Autor auch nicht gerade viel und rezensieren ohne Kauf – nun ja meine Meinung steht ja bereits im Blogpost.

  19. Heike sagt:

    Ich kann nur sagen: Daumen hoch!!!

  20. Ramona sagt:

    Diese Philosophie habe ich bereits vor über einem Jahr umgesetzt.
    Rezensionsexemplare lösen Stress aus und bei mir, vor allem, Unwillen das Buch zu lesen. Ich hab jetzt erst eines angenommen, das wollte ich aber auch unbedingt lesen – das ist aber auch schon das höchste der Gefühle.

    Wenn man einen Blog betreibt, dann zum Spaß und man hat ohne Rezensionsexemplare einfach mehr Freiraum.
    Seitdem sprudel ich nur so über vor Ideen.

  21. Wow! Toller Blogbeitrag! Ich habe damals auch nicht angefangen, damit ich „günstiger“ an Bücher komme, sondern weil ich Spaß am Lesen habe und meine Buchempfehlungen an andere weitergeben möchte. Mich setzt es auch unter Stress. Ich habe zwar nicht 20 Anfragen die Woche, aber sie kommen schon regelmäßig.

    Mach Dir keinen Stress, denn sonst verliert man die Lust am Lesen, was bei mir leider im Moment der Fall ist.

    Liebe Grüße
    Kathrin

  22. Aleshanee sagt:

    Huhu!

    Ich finds prima, denn kaufen und rezensieren ist für den Autor natürlich am besten 😉

    Dein Problem habe ich aber nicht ganz verstanden … wenn dir der Druck der vielen Bücher und Rezensionen zu hoch war, warum hast du denn dann die vielen Anfragen angenommen? Ist ja kein Zwang ^^

    Liebste Grüße, Aleshanee

  23. BlueNa sagt:

    Liebe Ricarda, ich verstehe dich zu gut! Ich fühle mich momentan auch sehr unter Druck die Reziexemplare zu lesen und eine Rezension dazu abzulifern. Das nimmt mir die Lust zu lesen und zu rezensieren, dabei mache ich beides wahnsinnig gerne. Auch nehmen mich meine Hochzeitsvorbereitungen gerade sehr in Beschlag. Ich habe für mich auch beschlossen, keine Rezensionsexemplare mehr anzufordern. Ich arbeite nun alle ab, die ich noch hier habe, aber danach ist erstmal Schluss! Danke für deinen Beitrag, den er spricht mir geradezu aus der Seele!

    LG
    Kathi

  24. Lilly sagt:

    Eine tolle Entscheidung.
    Ich sehe den Druck auch bei vielen Bloggern und muss sagen, dass ich jedes Mal in den Momenten froh bin, dass ich diesen Druck nicht kenne und nicht habe.
    Ich blogge seit drei Jahren und frage keine Rzensionsexemplare an. Ab und an versuche ich mal mein Glück für ein ausgewähltes Buch bei Buchbotschafter. Aber selbst das kann ich im Jahr gesehen an einer Hand abzählen.
    Die einzigen 11 Rezensionsexemplare aus 2014 stammen von Indiautoren oder eben aus diesen Verlosungsaktionen.
    Und ich kann nur sagen, dass es mich glücklich macht, befreit bloggen zu können und unter keinem Fristdruck zu stehen.
    Der Grund dafür war und ist seit jeher der gleiche Grund, wie bei dir. Ich möchte das die Autoren noch lange weiter schreiben können. Ich allein mach da nicht mal die Butter auf dem Brot aus, aber trotzdem fühlt es sich gut und richtig an, wenn ich die Bücher bezahle. Auch wenn man dann eben nicht jedes Buch kaufen bzw. lesen kann. Das gute Gefühl macht das tausend Mal wett.

    Das mit deiner Tochter find ich toll und ist sicher richtig. Die kleinen Mäuse werden viel zu schnell groß. Ich erlebe das selbst und bin dankbar um jede Minute, die man Zeit hat und sich Zeit nimmt, sie mit ihnen zu verbringen.

    Alles gute für dich und deinen neu gefundenen Weg.

    LG
    Lilly

  25. Auch von mir: Hochachtung für diese Einstellung! Ich gehöre zu den Verlegern, die immer noch gerne Freiexemplare an Blogger geben, weil ich mir denke, auch sie geben uns und den Autoren ihre Zeit unbezahlt – und sei es auch „nur“ die Stunde, die es braucht, die Rezi zu schreiben und nicht die Stunden, die es braucht, das Buch zu lesen. Verlag kommt von Vorlegen und alleine aus diesem Grund fällt es mir leicht, Blogger als einen bezahlten Teil des Marketings zu betrachten und zu sagen „Eine Werbeagentur zu beauftragen wäre teurer“. Viele Selfpublisher müssen das leider anders sehen, ihre Kosten bleiben komplett an ihnen hängen und da sie häufig darauf angewiesen sind, ihre eBook Preise weit unter Verlagsniveau anzusiedeln, sind die Umsätze oft nicht ganz so hoch …

    Wie dem auch sei! Daumen hoch von mir für eine gerade Entscheidung in einer ungeraden Welt!

  26. Sabienes sagt:

    Das ist ganz schlecht, wenn das Lesen und Rezensieren zur Pflicht wir. Zumal du daran nicht verdienst und – ganz wichtig! – dich deine Tochter braucht.
    Man sollte immer authentisch sein, bei allem, was man tut. Deswegen finde ich deine Entscheidung gut!
    LG
    Sabienes

  27. schultzcaro sagt:

    Liebe Ricarda,

    Ich finde Deine Entscheidung mutig und goldrichtig! Mein persönlicher Grund, warum ich zur Buchbloggerin wurde, war der Wunsch nach authentischen und unabhängigen Rezension! Und genau das erwarte ich nicht nur von mir, sondern auch von anderen. Leider stehen wir Blogger mitlerweile unter diesem Generalverdacht, dass wir nur günstig Bücher abgreifen wollen. Ich bin sehr froh, dass Du da so klare Meldung machst! Wir sollten uns alle ein ausreichendes Maß an Unabhängigkeit und Abstand zur Komerzialisierung bewahren.
    LG Caroline

  28. satugustafson sagt:

    Wow. Das finde ich jetzt sehr konsequent, wobei ich allerdings finde, dass du kein blödes Bauchgefühl haben musst, weil du schließlich das Bloggen sehr ernsthaft betreibst. Ich bin ja selbst Autorin und fühle mich von solchen Bloggern absolut nicht „bestohlen“. Ich kann deinen Zwiespalt abet verstehen. Mein Blog ist noch so klein, dass da kaum Anfragen kommen. Insofern bin ich einfach (noch?) nicht in deiner Situation. Eines ist aber auf jeden Fall vollkommen richtig: nämlich dass Maite Top-Priorität hat. 😀

  29. NiWa sagt:

    Hallo Ricarda,

    ein sehr interessanter Beitrag!

    Mein Blog ist noch relativ jung und bisher bekam ich kaum Rezensionsanfragen, daher kenne ich das Problem nicht aus eigener Erfahrung. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass sich dadurch ganz schön großer Druck aufbauen kann und das Lesen damit zum Stress wird.

    Natürlich habe ich darüber nachgedacht, wie ich reagieren würde, kämen auf einmal Rezensionsanfragen bei mir reingeschneit. Und ich habe mir vorgenommen, dass ich nur welche annehme, die mich ohnehin interessieren und aktiv werde ich mich um keine Rezensionsexemplare bewerben, denn mein SuB ist schon so hoch genug bzw. werde ich mir meine Wunschbücher halt einfach kaufen.

    Andrerseits finde ich es schön, dass die „Arbeit“, die sich ein Blogger mit der Rezension macht, dann doch vom Verlag durch Freiexemplare geschätzt wird. Denn eine Rezension schreibt sich ja nicht von allein und will auch für den Blog gestaltet sein.

    Auf jeden Fall wünsche ich dir eine wunderschöne Zeit mit deiner Tochter Maite und viel Spaß mit deinen Büchern – denn der sollte beim Lesen im Vordergrund stehen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

  30. Nadine Reinhold sagt:

    Grundsätzlich: Daumen hoch. Ich glaube dennoch, dass dein schlechtes Gewissen in diesem Umfang nicht nötig ist/war. Ich lese einige Buchblogs und lasse mich generell von einer begeisterten Rezension gerne zum Kauf des Buches verführen. Und damit bin ich ja nicht alleine. Aber jeder €, der an die Autoren geht, geht an die richtige Stelle!

  31. Horst sagt:

    Hallo Ricarda,
    Es sind viele berühmte Namen dabei, die dir einen Kommentar zu deinem „Bauchgefühl“ und den sich daraus ergebenden Entschlüssen geschrieben haben. Ein bisschen haben mich diese berühmten Namen abgeschreckt, aber nun hab ich mich zusammengenommen und riskiere eine Anfrage. Ich gebe zu, wie immer bin ich sehr spät auf deine 2 Blockbeiträge gestoßen. Das ist nicht verwunderlich, denn ich schreibe. Genau genommen habe ich 1 Buch geschrieben, ein Jugendbuch. Und Leute die schreiben, sehen nur ihren Text, manchmal über Jahre hinweg. Sie werden dadurch, wenn sie es nicht von vornherein sind, recht naiv. Sie nehmen vieles nicht wahr, was sich um sie herum, z.B. im Internet, abspielt. Dies als kurze Beschreibung meiner Person.

    Du hast angeboten, einzelne Bücher auf Anfrage zu rezensieren. Dies ist nun meine Anfrage: Bist du bereit mein Buch: „Bennis Schwur“ erschienen März 2014 im Machandel Verlag zu rezensieren? Ich bitte um eine kurze Antwort: Wenn „ja“ würde ich dir das Buch, ein Exemplar (original verpackt) hab ich hier noch, kurzfristig zusenden. Ich würde mich sehr freuen, wenn du es lesen und deine Meinung dazu sagen würdest.

    Herzliche Grüße aus Rosenheim
    von Horst Berger

    1. herzgedanke sagt:

      Lieber Horst,

      da ich wöchentlich mehrere Rezensionsanfragen erhalte, muss ich ihr freundliches Angebot leider ablehnen. Ich möchte mich jedoch für ihre netten Zeilen und ihre Zeit bedanken!

      Herzliche Grüße
      Ricarda Ohligschläger

  32. Horst sagt:

    Liebe Ricarda,

    ein bisschen kann ich mir vorstellen, was bei Ihnen los ist, Deshalb verstehe ich Ihre Reaktion und bin nur ganz wenig traurig. Vielleicht klappt es beim nächsten Buch. Ich bleibe dran.
    Auf später und viele Grüße
    Horst Berger

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